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1 | Amalie-Dietrich-Park |
2 | Wasserturm Siebenlehn |
Im Westen von Siebenlehn ragt der Wasserturm 42 Meter in die Höhe und stellt mehr als nur ein architektonisches Juwel und einen Orientierungspunkt für Reisende dar. Vielmehr ist er auch ein Symbol für das Zeitalter der Moderne. 1912 von der Firma Max Schwenke aus Dresden-Neustadt erbaut, spielte er eine Schlüsselrolle in der Wasserversorgung der Stadt Siebenlehn. Als Herzstück des Systems sicherte er die Lebensqualität der Einwohner. Der Bau der Fernwasserleitung der Talsperre Lichtenberg-Nossen machte die lokale Wassernutzung jedoch überflüssig und führte 1993 zur Stilllegung des Turms. Heute setzt sich ein Förderverein für die Erhaltung des Wahrzeichens ein und bietet Besichtigungen an.
3 | Alte Schule Seifersdorf |
5 | Transformatorenhaus mit Ausstelltung |
7 | Kirche Siebenlehn |
Geschichte und Baugeschichte der Kirche
Seit 1370 hat es in Siebenlehn wohl eine kleine Kirche gegeben. Im Jahr 1441 lässt sich erstmals belegen, dass dieses Kirchlein auch über einen eigenen Priester verfügte.
Wohl und Wehe der Kirchgemeinde waren in den letzten Jahrhunderten stets eng mit der Stadt verknüpft. Der Niedergang des Erzbergbaus, aber auch immer wieder Brände und Pestepidemien plagten die Bürgerschaft und verhinderten die Entwicklung von Wohlstand. Die beschränkten Möglichkeiten zeigten sich auch im baulichen Zustand der Kirche: Ende des 17. Jh. war der Kirchenbau so schadhaft, das man jederzeit mit dem Einsturz rechnete. Die Gemeinde beantragte eine Kirchbaukollekte. Mit den eingeworbenen Mitteln konnte 1703 ein Neubau vollendet werden. Dieser wurde 1764 wieder durch Brand stark beschädigt. 1766 wurde die neu errichtete Kirche geweiht. Die Grundmauern dieses Baus stehen bis heute.
In den Jahren 1826/27 wurde der Bau des Glockenturmes abgeschlossen. Kanzelaltar und Taufstein entstanden wie der Orgelprospekt ebenfalls in der ersten Hälfte des 19. Jh. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten in den 1990er Jahren zeigt sich die Kirche wieder in der Fassung, die man ihr in dieser Zeit gegeben hat.
Besonderheiten
Mit der Ratsherrenloge, auf der das Siebenlehner Stadtwappen zu sehen ist, zeigt sich die Kirche als Stadt- und Bürgerkirche.
Im Jahr 2011 konnte die Gemeinde hinter den historischen Orgelprospekt von 1811 eine neue Orgel einbauen, konstruiert von Orgelbaumeister Georg Wünning aus Großolbersdorf. Allein bei diesem großen Bauvorhaben gelang es, Spenden in Höhe von fast 63.000 Euro in der Region einzusammeln.
Das an der Brüstung der Westempore angebrachte Luthermedaillon verbindet die Kirche mit der Kreuzkirche Dresden: Es wurde 1897 aus dem Zinn der bei einem Brand zerstörten Kreuzkirchen-Orgel gegossen.
In der ebenerdigen Loge an der Nordseite findet sich ein kleiner Ausstellungsraum, in der das Kunstgut der Kirchgemeinde vorgestellt wird. Kollektenbeutel und Marschallstäbe aus dem 19. Jh. erzählen von alten Bräuchen. Steinvasen aus der Steyermühle, die der Kirche als Altarschmuck gestiftet wurden, erinnern daran, dass Siebenlehn für kurze Zeit auch Ort für die Herstellung qualitätsvollen Steingutes war.
Persönlichkeiten
Durch Taufe und Konfirmation sind Siebenlehner Persönlichkeiten mit der Kirche untrennbar verbunden: Der sächsische Orgelbauer Johann Gottlob Mende (1787) wurde hier ebenso getauft wie die international berühmte Natur-Forscherin Amalie Dittrich, geb. Nelle (1821) oder der bekannte Schulbuchautor Friedrich Willhelm Putzger (geb. 1849). Als Zugezogener ist wohl auch der impressionistische Maler Otto Altenkirch in der Kirche heimisch gewesen. Verheiratet mit einer Siebenlehnerin, wohnte er seit 1920 in der Stadt und wurde 1945 auf dem kirchlichen Friedhof bestattet.
Bezug zum Kloster Altzella
Der Ort Siebenlehn entstand im Zuge der durch die Gründung des Klosters Altzella angestoßenen Besiedlung der Gegend.
1346 wurde der Bergbau urkundlich erwähnt, ab 1370 führte Siebenlehn Stadt- und Marktrecht.
Die Kirche des Ortes war ursprünglich eine Filialkirche von Nossen und dem Kloster Altzella unterstellt. Mit der Einführung der Reformation 1439 entstand eine eigene Pfarrei.
8 | Kirche Obergruna |
Geschichte und Baugeschichte der Kirche
Eine Kirche ist in Obergruna wohl seit dem 14. Jh. zu finden gewesen. Mit der Gründung des Klosters Altzella wurde sie von den dortigen Mönchen verwaltet. Als die Reformation 1539 eingeführt wurde, erhielt Obergruna eine eigenständige Pfarrei.
1686 vernichtete ein großer Brand im Dorf den alten Kirchbau, die Schule und den Pfarrhof. So sind alle schriftlichen Nachrichten und die Kirchenbücher aus den Jahren davor leider verloren gegangen. 1687 konnte ein bescheidener, mit einfachsten Mitteln errichteter Kirchbau neu geweiht werden. Seine Grundmauern stehen bis heute.
Die Familie derer von Schönberg aus Bieberstein gründete im Jahr 1666 ein Rittergut im Unterdorf. Die alten Abendmahlsgeräte der Kirche wurden von dieser Familie im Jahr 1717 gestiftet.
1834 wurde das Kirchlein vergrößert. Die Gemeinde war inzwischen wie auch das Dorf um einiges gewachsen. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde auch ein neuer Kanzelaltar, gefertigt nach Siebenlehner Vorbild, eingesetzt. 1863 kam die achteckige Sandsteintaufe dazu. Prof. Arnold aus Dresden fertigte sie, ganz im geschichtsbewussten Stil der damaligen Zeit, in gotischen Formen.
Wegen Baufälligkeit konnten in der Kirche Obergruna ab 1978 keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Zehn Jahre später, also noch vor der politischen Wende, begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung des Gebäudes. Am 26. September 1992 konnten die Obergrunaer die Wiedereinweihung ihrer Kirche feiern.
Besonderheit: Sanierung mit intelligenter Raumnutzung
1987 entschloss sich die Gemeinde unter Leitung des damaligen Pfarrers Torsten Merkel und unter großem Zuspruch und vielseitiger Mithilfe der Dorfgemeinschaft, die Kirche wieder aufzubauen. Es kam nicht nur zu umfassenden Sanierungen an Mauerwerk, Dachgestühl und Turmreiter.
Vorausschauend entschied man sich auch für den Einbau eines Kirchgemeindezentrums in die Kirche: Der Gottesdienstraum wurde verkürzt, in dem man den Altar nach vorne versetzte. Hinter dem Altar entstand so Platz für Gemeinderäume. In die ehemalige Sakristei wurden Sanitäranlagen eingebaut.
Das war ein wichtiger Funktionsgewinn. Er ermöglichte es, die Gemeindearbeit in den Kirchenräumen zu konzentrieren. Die alte Kirche wird nun den modernen Bedürfnissen der kleinen Gemeinde umfassend gerecht.
In der Kirche Obergruna kann man sich anschauen, wie kleiner werdende Kirchgemeinden ihr historisches Erbe intelligent nutzen können.
Bezug zum Kloster Altzella
Die Siedlung Obergruna wurde wahrscheinlich von Slawen angelegt.
Mit der Gründung des Klosters Altzella wurde der Ort dem Kloster zugeteilt und versorgte den Ort kirchlich mit.
Als erster Pfarrer ist Jacobus Wohlleben bekannt. Mit der Einführung der Reformation 1539 wechselte er in die Kirchgemeinde Siebenlehn.
Der große Brand von 1686 zerstörte mit dem Kirchgebäude auch einen großen Teil der Inneneinrichtung. Erhalten blieb aber der Altar mit spätgotischen Schnitzarbeiten. Als man 1834 die Kirche umbaute, ging er leider, stark wurmstichig, beim Ausbau zu Bruch. Man untersuchte einzelne Figurengruppen, die den Sturz heil überstanden hatten und stellte fest, dass sie aus dem 14. Jh. stammten und wahrscheinlich aus dem Kloster Altzella nach Obergruna gelangt waren. Die Kirchgemeinde übergab die Holzschnitzarbeiten deswegen dem Altertumsverein in Dresden. Im Museum für Altertumskunde sollten sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Beim Bombenangriff 1945 fielen die Figuren leider den Flammen zum Opfer.
9 | Kirche Großschirma |
Geschichte und Baugeschichte der Kirche Großschirma
Erbaut auf felsigem Grund steht die Kirche an einem Hohlweg, der die Gebiete um Meißen mit der Region Freiberg bis nach Böhmen verband. Diese wichtige Position an einem Handelsweg und an einer wichtigen sächsichen Heerstraße wird auch der Grund für den Bau des massiven spätromanischen Wehrturms mit Schießscharten gewesen sein. Geprägt ist die Gegend noch heute vom ehemaligen Silberbergbau. Der bereits im Spätmittelalter wachsende Wohlstand machte es möglich, dass nach 1493 freistehend vor dem Wehrturm ein Chorraum mit einem Sternrippengewölbe errichtet werden konnte. Kurz nach 1500 ist die Kirche durch ein Schiff mit flacher Holzbalkendecke vollendet worden, die ursprünglich als Kassettendecke ausgeführt war. Das erklärt die verschiedenen Längsachsen von Chor und Kirchenschiff. Die Südwand des Schiffs ist durch zwei unterschiedliche Fensterformen gegliedert, was auf die architektonische Übergangszeit ihrer Errichtung verweist. Das gotische Fenster konnte im Zuge der Sanierung wieder mit einem zurückhaltenden Maßwerk und Bleiglasscheiben versehen werden.
Die Kirche hatte bis in das 19. Jh. eine reiche, farbenfrohe Innenausstattung. Im Zuge des Einbaus immer neuer Emporen wurden die wertvollen Bildwerke aus dem 15. - 17. Jh. verdrängt. Einige sind im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zu bewundern, andere verbrannten 1945 beim Angriff auf Dresden. Die Umbauten brachten über die Jahrhunderte erhebliche Einschränkungen der Statik und der Lichtverhältnisse mit sich, die nach 1960 einen Einsturz befürchten ließen. 1968 entfernte man darum Emporen und gestaltete den Raum hell und schlicht in neobarocken Farben, beeinträchtigte mit dem Anbau eines Kohlebunkers jedoch die Standfestigkeit erneut. Seit 1990 konnte die Kirche Stück für Stück statisch gesichert und saniert werden. Heute ist sie ein Schmuckstück im Zentrum des Ortes.
Besonderes / Herausragendes
Geläut
Das Geläut von 1825 stammt aus der Werkstatt des königlich-sächsischen Stückgutgießers Siegismund Schröttel aus Dresden. Damit gehört es zu den wertvollsten erhaltenen Bronzegeläuten aus vorindustrieller Zeit in Mitteldeutschland. Der Verweis auf König Friedrich August II. von Sachsen lässt eine Unterstützung durch den Dresdner Hof vermuten.
Orgel
Die zweimanualige Orgel des in der Tradition der Silbermannschule stehenden Carl Eduard Schubert wurde 1884 eingebaut. Sie ist weitgehend original erhalten und überzeugt durch ihren hohen handwerklichen Anspruch und ihr filigranes romantisches Klangbild.
Persönlichkeiten
Herausgegriffen sei Wolfgang Jünger. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte er als evangelischer Prediger von 1546 bis 1564 in Großschirma. Vorher leitete er den Leipziger Thomanerchor und die älteste protestantische Lateinschule in Freiberg. Obwohl ehemaliger Thomaskantor und Domkantor in Freiberg hatte er in Großschirma wohl ein besseres Auskommen gefunden.
Bezug zum Kloster Altzella
Spätestens 1210 ist als sichernder Vorposten des Klosters Altzella nachweisbar der Kirchturm als Wehrturm errichtet worden. Er begrenzte den Außenbereich des Klostergebietes. Als „Gefahrenzulage“ zum damals weitgehend unerschlossenen Umland ist auch die größere Bemessung Ackerflächen je Gehöft in Großschirma zu interpretieren. Der Kirchturm weist Mauerstärken bis 2,15 m auf. Das ehemals fensterlose Tonnengewölbe wird mit einer eisenbeschlagenen Tür verschlossen. Im Gewölbe ist noch der Sakramentsschrein mit Eisentür zu finden – der damit älteste erhaltene Raum des Ortes. Das Erscheinungsbild des Turmes wurde 1890 durch Aufsetzen des schlanken Dachreiters und die Errichtung eines Ost- Westgiebels verändert. Seit nachweislich 1511 trägt er Glocken und hat heute eine Höhe von 36 m.
10 | Kirche Reichenbach |
Geschichte der Kirche Reichenbach
Durch die Bemühungen des in Reichenbach geborenen Langhennersdorfer Pfarrers Christoph Heym begann man Ostern 1728 mit dem Bau eines Bethauses. Zuvor wurde nach mehreren Gesuchen durch das Oberkonsistorium Dresden im Namen des damaligen Landesherrn Friedrich August der I. und König von Polen („August der Starke“) die Genehmigung per Stiftungsurkunde vom 11. Juni 1727 erteilt. Mit dieser wurde erlaubt, im Bethaus Betstunden und Katechismus (= Glaubensunterricht) sowie vier Mal jährlich öffentlich Gottesdienst mit Predigten, Beichten und Abendmahl abzuhalten. Damit handelt es sich um ein Bethaus. Dieses wandelte sich im Laufe der Zeit jedoch zur Kirche, da in dem Gebäude auch Kindtaufen, Trauungen und Trauerfeiern stattfinden. Den Bauplatz stellte der Reichenbacher Erbrichter Christoph Klemm zur Verfügung. Der 435 Taler teure Bau erfolgte in vollständiger Eigenleistung durch die Gemeinde Reichenbach. Jedoch gab es auch Geschenke aus den Nachbargemeinden. So stiftete z. B. Balthasar Greiff, Richter in Berbersdorf, die Eichensäule in der Mitte der Kirche. Die feierliche Einweihung erfolgte am 2. Nov. 1728, am so genannten Kirchweih-Dienstag „im Beisein und Anwesenheit vielen und sonderlich fremden Volks“ - so in den Annalen der Kirche von Langhennersdorf vermerkt.
1770 wurde die erste Glocke im Bethaus aufgehängt. 1913 wurde ein vollständiges Geläut, bestehend aus drei Glocken (Tonart as-c-es) gestiftet. Der 1. Weltkrieg forderte zwei Glocken, die 1917 auf dem Turm zerschlagen wurden. 1920 ersetzte man diese Glocken durch neue. Sie „klingen fortan im harmonischem Dreiklang über die heimatlichen Fluren“ – leider nicht für lange Zeit.
Der „Zahn der Zeit“ nagte auch am Bethaus bzw. an der Kirche. Es wurden Reparaturen fällig, so z. B. 1767, 1826 und 1857. Der Anbau des Treppen- und Orgelhauses und die umfassende Renovierung nach Plänen des Kirchenbaumeisters Kolbe aus Dresden erfolgte 1928/29. Anlass war das 200-jährige Bestehen des Bethauses. Die künstlerische Ausgestaltung – die Kassettendecke und die Ausmalung der Emporenbrüstung betreffend - wurde nach Entwürfen von Prof. Lange aus Dresden in „Art deco“ vorgenommen. Diese Gestaltung zusammen mit dem Altar und der Kanzel machen den besonderen Reiz des Bethauses/Kirche aus. Sie ist damit einmalig in Sachsen.
1929 wurde für 10 000 Mark eine neue Orgel mit 13 klingenden Stimmen und 7 Spielhilfen von der Orgelbaufirma Jahn aus Dresden geliefert und eingebaut. Die Vorläuferorgel von 1804 war 120 Jahre im Gebrauch. Dann wurde sie unbrauchbar, da 1917 zu Kriegszwecken die zinnernen Prospektpfeifen entnommen wurden.
Anlässlich des 800jährigen Bestehens Reichenbachs 1958 kamen für die im 2. Weltkrieg abgenommenen zwei neue Glocken in den Turm. Zudem erhielt die Kirche einen neuen Außenputz. Mitte der 1980er Jahre erfolgten eine Dachreparatur und eine Vergoldung des Turmkreuzes. 2004 - 2005 fand eine tiefgreifende Restaurierung des bautechnisch als Saalkirche bezeichneten Gebäudes statt. Das sanierte Fachwerk - nur die Ecken sind mit Bruch- bzw. Feldsteinen hochgemauert - erhielt einen historisch nachempfundenen Außenputz. Die Fenster wurden wieder aufgearbeitet mit zum Teil ursprünglicher ca. 1mm starker Verglasung. Malerarbeiten sowie die Restaurierung des Altars und der Empore rundeten die Restaurierung ab, für die 107.000 Euro zur Verfügung standen. Nachdem die Kirche wieder im neuen Glanz erstrahlte, lud die Kirchgemeinde am 26. Juni 2005 zum Festgottesdienst ein.
Bezug zum Kloster
Reichenbach wurde 1428 erstmals als Rychenbach urkundlich erwähnt. Das Kloster Altzella besaß bis 1540 die Grundherrschaft über das Dorf.
11 | Amalie-Dietrich-Gedenkstätte |
Die am 26. Mai 1821 in Siebenlehn geborene Amalie Nelle, später Amalie Dietrich, war eine bemerkenswerte Frau, die als bedeutende deutsche Australien- und Naturforscherin, Botanikerin und Pflanzenjägerin in die Geschichte einging. Bereits in ihren jungen Jahren zeigte sie Interesse an der Natur und ihren Lebewesen. Ihre Faszination führte sie am 15. Mai 1863 schließlich nach Australien, wo sie bis 1872 lebte und zahlreiche Expeditionen unternahm. Dort erforschte sie die einzigartige Flora und Fauna des australischen Kontinents und trug dabei die größte Sammlung an botanischem und zoologischem Material zusammen, die je von einer Einzelperson erstellt wurde. Ihre Entdeckungen wurden in der Fachwelt sehr geschätzt und trugen maßgeblich zum Verständnis der australischen Biodiversität bei.
Heute besitzt fast jedes Natur- und Völkerkundemuseum Europas von ihr gesammelte Stücke. In Erinnerung an Amalie Dietrich befindet sich im Rathaus ihres Heimatsortes Siebenlehn eine kleine Ausstellung, die durch den Schulförderverein Siebenlehn mit Unterstützung des Museums für Völkerkunde zu Leipzig zusammengestellt wurde. Neben präparierten Vögeln und Kriechtieren, Herbarien und ethnografischen Gegenständen ist auch der außergewöhnliche Lebensweg von Amalie Dietrich auf verschiedenen Tafeln dargestellt. Die Ausstellung wird durch Projektarbeiten von Schülern der Grundschule Siebenlehn, die das Leben und Wirken der Amalie Dietrich thematisch aufgreifen, bereichert. Regulär kann die Gedenkstätte jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung besucht werden. Fachkundige Führungen sind auf Anfrage ebenfalls möglich.
12 | Heimatstube Obergruna |
Die Heimatstube Obergruna ist eine kleine, ländliche Ausstellung, die der Lebensweise unserer Vorfahren nachspüren soll. Sie befindet sich seit 1995 im Scheunengebäude des ehemaligen Pfarrgutes. Besucher können hier Gegenstände des Haushaltes und der Landwirtschaft aus vergangenen Tagen besichtigen. Geöffnet hat die Heimatstube von Mai bis September an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 16 Uhr. Regelmäßig werden auch Schauvorführungen, wie das Flegeldreschen, das Besenbinden und das Buttern, angeboten. Gruppenführungen sind auf Anfrage beim Pfarramt Siebenlehn möglich.
14 | Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Verwaltungsgebäude |
15 | camera obscura |
Die camera obscura (lateinisch für „dunkle Kammer“) ist eine faszinierende optische Vorrichtung, die schon seit Jahrhunderten die Neugier der Menschen weckt. Durch ein kleines Loch fallen Lichtstrahlen von außen in einen dunklen Raum und erzeugen auf der gegenüberliegenden weißen Fläche ein seitenverkehrtes, auf dem Kopf stehendes Abbild. Das Prinzip wurde zur Sonnenbeobachtung und seit der Renaissance als transportable Zeichenhilfe für proportional genaue Darstellungen genutzt. Dabei kamen Linsen und Spiegel zum Einsatz. So auch in den begehbaren dunklen Kammern, die ab dem 19. Jahrhundert entstanden. Über einen dreh- und klappbaren Spiegel wird die bewegte Umgebung durch eine Linse auf einen weißen, höhenverstellbaren Tisch projiziert. Auf dem Rahmenberg in Hainichen öffnete 1883 eine solche Einrichtung, die damit die zweitälteste in Deutschland ist. Besucher können den 1985 neu errichteten, 11 m hohen Turm von April bis Oktober besuchen. Vor Ort gibt es auch einen Optik- Parcours und eine Spiegelwiese zu entdecken.
20 | Wegweisersäule Hainichen |
21 | Wegweisersäule Hainichen |
23 | Trinitatiskirche Hainichen |
Geschichte und Baugeschichte der Kirche
Die Trinitatiskirche prägt seit 1899 das Bild der Kleinstadt Hainichen. Bis 1906 bestimmte die alte Stadtkirche hinter dem Rathaus das Stadtbild. Das Gebäude wurde 1905 abgetragen und am 1906 gesprengt. Für die heutige Trinitatiskirche erfolgte am 9. September 1896 der erste Spatenstich, am 24. Mai 1897 fand die Grundsteinlegung statt. Zum Trinitatisfest am 28.Mai 1899 wurde das neue Gotteshaus dem dreieinigen Gott geweiht. Direkt neben der Kirche entstand im gleichen Stil in den Jahren 1898/99 das Diakonat mit Wohnungen, Gemeinderäumen und dem Pfarramt. Die Trinitatiskirche erfuhr 1958-1962 gravierende Umgestaltungen. Die stark verzierte Ausmalung des Kirchenraumes wurde weiß übermalt. Das Kruzifix stammt aus dem Jahre 1659 und wurde von dem Cunnersdorfer Bauer Peter Cunat gestiftet. Der sechseckige Taufstein aus Sandstein stammt von O. Fiebiger aus Potsdam, und wird durch kleine Ornamente geziert. Unter der Orgelempore befinden sich zwei spätgotische Altarschreine, welche aus dem 15. Jh. stammen und in der alten Stadtkirche bis 1674 als Nebenaltäre dienten. 1993 wurde der Altarraum renoviert, eine neue Heizungsanlage eingebaut, und einige Fenster restauriert. Die farbigen Bleiglasfenster wurden von Prof. Fritz Geiges (1853 - 1935, Freiburg i. B.) entworfen. 2009/2010 wurde die ursprüngliche Ausmalung im neugotischen Stil wiederhergestellt. Auf der Westempore leistet die Orgel ihren Beitrag zur optischen und musikalischen Ausgestaltung der Kirche. Das Orgelwerk stammt von der Fa. Sauer aus Frankfurt /Oder und beherbergt mehr als 2000 Pfeifen. Die Orgel besitzt zwei Manuale mit 36 Registern. 1924 fand eine erste Überholung statt, in der jedoch die Mängel der pneumatischen Orgel nicht behoben werden konnten.
Bezug zum Kloster Altzella
Die Stadt Hainichen hatte in der Geschichte keinen direkten Bezug zum Kloster Altzella ist aber seit 2007 im Klosterbezirk Altzella.
24 | Dorfkirche Bockendorf |
Historisches zur Kirche Bockendorf
Bockendorf zählt zu den ältesten Dörfern ringsum. In einer Stiftungsurkunde des Jahres 1184 wurde es das erste Mal erwähnt, gegründet wurde das Dorf wahrscheinlich schon um 1100. Die erste Kirche, eine einfache Blockhütte, war wohl im 12. Jahrhundert mit den ersten Siedlern errichtet wurden.
Das Kloster Altzella erwarb 1284 von Markgraf Heinrich für Bockendorf und Eulendorf einen jährlichen Zins von drei Mark Silber sowie das Kirchlehn und Schultheißenamt. Die Pfarrkirche gehörte zum Archidiakonat Roßwein.
Bekannt ist, dass 1597 eine Kirche aus Stein gebaut worden ist, welche seit 1693 eine Uhr besitzt.
Der 30jährige Krieg, welcher von 1618 bis 1648 wütete, machte auch vor Bockendorf nicht halt. Viermal wurde das Dorf schwer heimgesucht und geplündert. 1632 wurde der damalige Pfarrer Johann fortgeschleppt und dessen Nachbar Johann Werner gefangen genommen. Johann Werner gilt als Bockendorfs berühmtester Sohn – er prophezeite 1629 den Sieg des Schwedenkönigs Gustav Adolf bei Breitenfeld, seine Rolle als Retter des Protestantismus und auch dessen Tod in der Schlacht bei Lützen voraus.
Als Besonderheit zu erwähnen ist ein vergoldeter Abendmahlskelch, welcher 1653 gebraucht gekauft wurde und aus der Zeit Luthers stammen soll. Auch heute wird er noch zur Feier des heiligen Mahles verwendet. Dieser kostete 16 Schok, sechsmal so viel wie in der damaligen Zeit ein Rind.
Seit 1721 kann in der Kirche einer Orgel gelauscht werden. Der Turm wurde 1819 vergrößert und 1832 wurde das Hauptschiff stark erweitert. Die Ausmalung im Innenraum erfolgte im Jahre 1914. Nach dem 1. Weltkrieg wurde eine Beschriftung an den Emporen und dem Altar vorgenommen, mit welcher man sich heute kritisch auseinandersetzt.
25 | Katholische Kirche St. Konrad |
Geschichte und Baugeschichte
1936 Grundsteinlegung
1937 Weihe der St. Konrad-Kirche
1939 Weihe der Altargruppe, Bildschnitzer J. Neustifter (Eggenfelden). Das Kreuz war bereits zur Kirchweihe vorhanden.
1943 Aufstellung der Marienstatue, Künstler J. Neustifter
1954 Errichtung Pfarrei St. Konrad Hainichen, bisher Pfarrvikarie der Pfarrei St. Joseph Chemnitz und Weihe der Jehmlich-Orgel
1959 Aufstellen der Herz-Jesu-Figur, Künstler J. Neustifter
1976 Neugestaltung des Altarraumes nach Maßgabe des Konzils
1981 Glockenweihe auf den Namen „Gaudete“
1992 Anbringung des von den Pfarreien des Dekanates Dorsten gestifteten Kreuzweges
2002 Auflösung der Pfarrei St. Konrad Hainichen, jetzt der Pfarrei St. Laurentius zugehörig
10/2003 Beginn der Sanierung
2003 Neue Krippe, Holzbildhauermeister F. Schelter (Königswalde)
2007 Neue Marienfigur mit Jesuskind für die Werktagskapelle, Holzbildhauermeister F. Schelter
2008 Umgestaltung und Umsetzung der Kreuz-Figuren-Gruppe, Anbringen einer Konsole aus rotem Sandstein, neuer Tabernakel, Innenanstrich, Restaurierung der Marien- und Herz-Jesu-Statue und farbliche Anpassung an Figurengruppe im Altarraum
2011 Weihe des neuen Altars, Segnung neuer Ambo, Herstellung Altar und Ambo durch Steinmetzmeister Kampik, Pappendorf
Persönlichkeiten
St. Konrad von Parzham – Namenspatron unserer Kirche
Der Patron unserer Kirche und Gemeinde ist der heilige Kapuziner-Bruder Konrad von Parzham. Sein bürgerlicher Name lautete Johannes Evangelist Birndorfer 1818-1894. Papst Pius XI. sprach ihn am 15.06.1930 selig und am 20.5.1934 heilig. Sein Wahlspruch war „Das Kreuz ist mein Buch“
Bezug zum Kloster Altzella
um 1150 bringen rheinisch-fränkische Siedler den katholischen Glauben nach Sachsen (Siedlungswerk unter Markgraf Otto dem Reichen)
1162 Gründung des Zisterzienserklosters Marienzelle (Altzella/Nossen)
1185 Unter dem Namen Heynichen wurde unsere Stadt erstmals urkundlich erwähnt, zuerst als Rastplatz für Salzfuhrleute
1502 Katholische Kirche wird zum 3. Mal erweitert
1537 erlosch durch Abschaffung der Hl. Messe und die Einführung der Reformation das Ewige Licht
1841 am 9. Sonntag nach Pfingsten feierte man zum ersten Mal nach der Reformation wieder die Hl. Messe in Hainichen, Hainichen gehörte damals zur Pfarrei Freiberg
09.05 1537 Letzte Hl. Messe in der alten katholischen Kirche St. Michael (zw. Rathaus und dem evang. Gellert-Pfarrhaus).
Genau nach 400 Jahren am 09.05.1937 wurde in Hainichen wieder in einer katholischen Kirche die Hl. Messe gefeiert und das Ewige Licht brannte wieder.
28 | Gellert-Museum |
Im Hainicher Stadtpark befindet sich das Gellert- Museum, das in seiner Dauerausstellung das Leben und Werk von Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769) sowie die Entwicklung der Fabel seit der Antike thematisiert. Im Fokus stehen die Fabelwelt und die sächsische Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts, exemplarisch durch die Gellert- Brüder Christian Fürchtegott, Christlieb Ehregott und Friedrich Lebrecht. Besucher können sich mit Zitaten, Rezitationen alter Sprachrhythmen, Büchern, Vertonungen und historisch-wissenschaftlichen Zusammenhängen auseinandersetzen. Die Ausstellung präsentiert Exponate, Fabeln in Bildern und bietet auch zahlreiche pädagogische Angebote für Kinder.
Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769), deutscher Dichter, Schriftsteller und Pädagoge des 18. Jahrhunderts, zeigte in Hainichen früh außergewöhnliches literarisches Talent. Sein Studium in Theologie und Philosophie in Leipzig führte zur späteren Professur für Philosophie.
Gellert war bekannt für klare, verständliche und moralische Fabeln, Gedichte sowie Erzählungen, geprägt von einem humanistischen Weltbild mit Toleranz, Mitgefühl und Nächstenliebe. Er setzte sich für Vernunft ein, bekämpfte Aberglauben und kritisierte gesellschaftliche Strukturen seiner Zeit. Das Gellert-Museum hat sonntags bis donnerstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Einmal im Stadtpark angekommen, kann die Zeit gleich noch für einen Spaziergang genutzt werden.
29 | Stadtpark Hainichen |
Der Stadtpark Hainichen wurde von Julius Herrmann Werner (1819 – 1860) als Landschaftsgarten neben der Begräbnisstätte seiner Familie errichtet. Im Jahr 1847 ließ er das sog. Schweizerhäuschen und ab 1851 das Parkschlösschen bauen. In diesem befindet sich heute das Gellert-Museum. Ursprünglich privat, ging es 1899 in den Besitz der Stadt Hainichen über und wurde so für die Öffentlichkeit zugänglich. Schon im Jahr 1900 feierten die Einwohner von Hainichen im Park das erste Parkfest, welches heute noch jedes Jahr traditionell im Juli stattfindet. Im Laufe der Zeit wurden der Anlage verschiedene Gestaltungselemente hinzugefügt, darunter ein Tiergehege, eine Freilichtbühne, ein Sukkulentenbeet und eine Blumenuhr. Der Park ist jederzeit geöffnet und bietet sich für kleine Spaziergänge an. Für Kinder gibt es einen Spielplatz. Im Sommer finden auf der Freilichtbühne auch Veranstaltungen statt.
170 | Rittergut Hirschfeld |
168 | Kirche Seifersbach |
Die Seiferbacher Kirche ist in den Jahren 1826 bis 1828 mit einem rechteckigen Saalbau und einem Turm an der Westseite von Kirchenbaumeister Uhlig erbaut worden. Es ist eine Kirche mit hohen Fenstern bis hoch zur zweiten Empore. Im Stile der Entstehungszeit dominieren die Farben Weiß und Gold. Links und rechts des verzierten Kanzelaltares findet man Betstübchen und darüber auch unmittelbar die zweite Empore. Die Orgel ist einmanualig und stammt aus dem Hause Steinmüller aus Grünhain. Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch an der Seifersbacher Kirche seine Spuren. Aus Gründen der Sicherheit musste 1990 der Glockenstuhl neu gebaut werden. Im Jahre 1992 bekam die Kirche einen neuen Außenputz und damit wurden nun endlich auch die Schäden des Zweiten Weltkrieges beseitigt. Der Innenraum wurde in den Jahren 2000 bis 2001 restauriert, so dass ein erfreulicher Zustand hergestellt werden konnte.
169 | Dittmannsdorfer Park |
30 | Hof Konrade |
31 | Alte Muldenbrücke |
Wanderer und Radfahrer finden im Halsbrücker Ortsteil Conradsdorf die Alte Muldenbrücke. Die historische Steinbrücke wurde 1501 erbaut und ersetzte den hölzernen Steg der ältesten Dresdner Landstraße. Heute führt der Mulderadweg direkt an der Brücke vorbei und bietet so bei einem Zwischenstopp die Möglichkeit für ein paar tolle Schnappschüsse. Wer gerne eine längere Pause einlegen möchte: Am anderen Muldeufer gibt es einen überdachten Rastplatz sowie einen Spielplatz für die Kleinen.
32 | Alte Brücke über Bobritzsch |
Zweibogige Natursteinbrücke auf dem Weg von Krummenhennersdorf nach Dittmannsdorf, baugeschichtlich, verkehrsgeschichtlich und ortsbildprägend von Bedeutung. Die zweibogige Natursteinbrücke ist ein bedeutendes Kulturdenkmal des Freistaates Sachsen. Auf vorkragenden, massiven Mittelpfeilern ruhend, in den Materialien Sandstein bzw. in den Randbereichen in Bruchstein ausgeführt, stellt es ein wichtiges ingenieurtechnisches Denkmal des Brücken- bzw. Straßenbaus der Zeit um 1800 dar (Datierung des Schlusssteines 1806). Die gestalterische Ausformung der Brücke unter Verwendung großer Sandsteinquader ist in dieser Gegend, welche überwiegend durch Brücken im heimischen Material des Bruchsteins gekennzeichnet ist, als außergewöhnlich zu bezeichnen. Die historischen Brücken der Region sind eines der wichtigsten Merkmale des landschaftlich reizvollen Kulturraums, welcher besonders durch Tal- und Flusslandschaften geprägt ist. Sie dienen der geschichtlichen Überlieferung historischer Fernhandelswege zwischen den Ortschaften und sind heute unverzichtbare Bestandteile der Ortsbilder. Der Denkmalwert ergibt sich somit aus der regional- und verkehrshistorischen Bedeutung.
33 | Schafbrücke |
Nördlich von Falkenberg ist mit der Schafbrücke eine der ältesten Brücken des Freiberger Bergbaugebietes zu finden. Ihren Namen verdankt die Brücke den Schafherden der umliegenden Rittergüter, die diese Brücke zur Überquerung des Flüsschens Bobritzsch nutzten
Nördlich von Falkenberg erstreckt sich die Schafbrücke über die Bobritzsch, eine der ältesten Steinbogenbrücken im Freiberger Bergbaugebiet. Namensgebend waren die Schafherden der umliegenden Güter, die einst diese Brücke nutzten, um das Flüsschen zu überqueren. Damit verbindet die Schafbrücke nicht nur zwei Flussufer, sondern auch die Ortsgeschichte mit der Gegenwart. Die damals als Bogenbrücke aus Gneis- und Sandstein errichtete Überquerung ist heute ein seh- und schützenswertes baugeschichtliches Denkmal, das bei einer kleinen Rast inmitten der Natur bewundert werden kann.
34 | Salzbrücke |
Nach einer Wanderung etwa 3 km weiter flussabwärts ist die Salzbrücke zu entdecken. Sie erhielt ihren Namen von der Salzstraße, auf der im Mittelalter das kostbare Salz aus der Region Halle bis nach Böhmen transportiert wurde. Heute ist sie ein beliebtes Wanderziel und ein Ort, um die Ruhe und Beschaulichkeit der Natur zu genießen.
Die Salzbrücke, benannt nach der Salzstraße, die im Mittelalter über sie hinwegführte und kostbares Salz von Halle nach Böhmen transportierte, ist heute mehr als eine historische Überquerung. Die Brücke verbindet die zwei Halsbrücker Ortsteile Krummenhennersdorf und Oberschaar miteinander. Inmitten des Waldgebietes entlang der Bobritzsch gelegen, stellt sie ein beliebtes Wanderziel dar, an dem sich die Stille und Schönheit der Natur genießen lässt. An den Ufern des Flüsschens Bobritzsch laden Bänke zum Verweilen ein.
35 | Forstmühle |
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» www.halsbruecke.de/..
36 | Wünschmannmühle |
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37 | Rittergut Oberschaar |
» Routenplaner
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38 | Ehemaliges Wasserstationsgebäude |
Mächtiger Kubus mit zeittypischer Formensprache, Wasserstandsanzeiger über dem Eingang, der enthaltene Wasserhochbehälter versorgte den nahegelegenen Wasserkran mit Kesselspeisewasser für die Dampflokomotiven, Zeugnis des ehemaligen Schmalspurbahnhofs (später Haltestelle) Niederschöna der Schmalspurbahn Klingenberg-Colmnitz–Oberdittmannsdorf.
39 | Fliegerdenkmal 1912 |
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40 | Kirche St. Katharinen |
Geschichte der Sankt Katharinen-Kirche Oberschaar
Der Sage nach gab es bereits um 1300 in Oberschaar eine kleine Katharinenkapelle. In ihr sollen die Pilger, die zum Kloster Altzella zogen, Einkehr gehalten haben. Unklar ist, ob die jetzige Kirche am gleichen Standort erbaut wurde. Anhand ihres Baustils wird angenommen, dass sie aus dem 14./15. Jh. stammt.
1786 wurden die Südseitenfenster vergrößert und die Fenster der Nordseite erniedrigt. 1816 erneuerte man die Kirchenvorhalle. Ungewöhnliche Stürme im Winter 1833/34 richteten große Schäden an Dach und Turm an. Die im Turmknopf vorhandenen Dokumente wurden vom Wind verweht. 1873 erfolgte die Erneuerung des Turmschafts. Der Turm erhielt ein Schieferdach. Turmknopf und Fahne wurden neu vergoldet und eine neue Kirchturmuhr installiert. Im Jahr 2006 wurden Turm und Kirchendach neu gedeckt.
Auf dem kleinen Dorffriedhof stehen monumentale Grabmale. Rechts am Friedhofseingang befindet sich die Gruft der ehemaligen Rittergutsbesitzer Brendel. Der gut erhaltene Grabstein der Maria Küchenmeister von 1757 wurde 2005 bei Wegebauarbeiten vor der Kirche gefunden und im Kirchenvorraum aufgestellt.
Der Gedenkstein vor dem Friedhof ist den Opfern des 1. Weltkrieges gewidmet. Eine Holztafel in der Kirche ehrt die Toten des 2. Weltkrieges.
Besonderheiten
Altarbild
Ein besonderes Kleinod stellt das Altarbild dar. Es wurde 1662 von der damaligen Gutsherrschaft, den Eheleuten Horn, gestiftet. Das Bild wurde im Stil des berühmten Malers van Dyck von einem unbekannten Meister angefertigt. 1914 und 1972 wurde das Gemälde restauriert.
Ein Flügel des vorherigen Altars befindet sich im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum.
Orgel
Nachdem die ca. 100 Jahre alte Schramm-Orgel 1870 repariert wurde, da „die sehr defekte Orgel zum Ärger der Kirchgänger mehr störte als erbaute“, wie eine Notiz von 1873 verrät, wurde 1900 eine neue Orgel von den Ehrlich’schen Musikwerken in Leipzig-Gohlis eingebaut. Sie kostete 1900 Mark. Da auch ihre Qualität nicht befriedigte, nahm 1907 die Orgelbaufirma Eule aus Bautzen einen gründlichen Umbau vor, der nochmals 1700 Mark kostete. 2001 wurden das Orgelwerk überholt und neue Prospektpfeifen eingefügt. 2006 erhielt die Orgel einen neuen Blasebalg.
Glocken
Die beiden Bronzeglocken, von denen die größere aus dem 15. Jh. stammte, fielen dem 1. Weltkrieg zum Opfer. Zwei der neuen Glocken von 1923 mussten wiederum im 2. Weltkrieg abgeliefert werden. Nur die kleinste blieb zurück. 2006 wurde in Lauchhammer eine zweite Glocke gegossen. Sie erhielt nach umfangreicher Sanierung des Kirchturmes ihren Platz und wird nunmehr automatisch betrieben. Die feierliche Glockenweihe fand 2007 statt.
41 | Sankt Annen-Kirche Niederschöna |
Geschichte der Sankt Annen-Kirche Niederschöna
Wann unsere Kirche erbaut wurde, wissen wir leider nicht. Um ihren Bau rankt sich die Sage, dass ein Ritter von Mergenthal zum Kreuzzug aufbrach und bei gesunder Heimkehr eine Kirche errichten wolle. Geschichtliche Fakten widerlegen diese Theorie jedoch.
Eine weitere Sage wird von der so genannten Hundskapelle erzählt. Die Bauarbeiten scheiterten, weil angeblich die am Tage begonnene Arbeit des Nachts vom Teufel zunichte gemacht worden sei, der die Steine wegrollte. Der Bau wurde gewiss nie vollendet.
Die erste Erwähnung Niederschönas wird auf 1364 datiert. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber entstand das erste Kirchengebäude um 1300, nachdem fränkische Siedler den Wald gerodet hatten und die Grundlagen für die Errichtung des Waldhufendorfes Niederschöna schufen. Ihren Namen erhielt die Kirche aus Verehrung für die Heilige Anna, die Mutter Marias, und der Beschützerin der Bergleute gilt.
Über die Geschichte der heute existierenden barocken Saalkirche ist folgendes bekannt:
1626 Einbau einer Christoph Löwe-Orgel
1628 Bau von Emporen und der ersten Turmuhr
1657 Alter Turm abgerissen, da er beim Läuten stark schwankte
1695 Kirchendach anstelle von Schindeln mit Ziegel gedeckt
1715 Beauftragung Gottfried Silbermanns mit einer neuen Orgel
1716 Decke über dem Altar erhöht und erneuert, Emporen und Stände erweitert
1753 Austausch von zwei verfaulten Turmsäulen, Dachreparatur, Glockenstuhl aus Eichenholz angefertigt
1754/1755 Mauer an der Nordseite herausgerückt und an dieser Seite drei, an der Südseite zwei große Fenster hereingebrochen. Neubau einer Sakristei hinter dem Altar. Die Orgel wurde von der Nordseite auf die Westseite versetzt. Man gewann durch die Baumaßnahmen mehr Platz und Helligkeit
1828 Erweiterung und neuer Aufbau der Seitenhalle, zwei neue Fenster hinter dem Altar. Weihe des noch heute existierenden Kanzelaltars. Gebaut wurde er nach einer vom Hofbaumeister Thormeyer gefertigten Zeichnung, die das Modell einer Mailänder Kanzel zum Vorbild hatte. Deshalb bezeichnet man ihn auch als „Mailänder Altar“.
08.07.1876 Blitzeinschlag, beschädigte die Turmuhr und die Silbermann-Orgel (viele zinnerne Pfeifen gedrückt oder durchbohrt, eine auch völlig zerschmolzen); Reparatur durch Hoforgelbaumeister Jehmlich, Dresden; Neuanstrich und Vergoldung des Orgelgehäuses
10.08.1896 Blitzeinschlag ohne große Schäden, danach Einbau einer Blitzschutzanlage
1900 Die jetzige Turmuhr wurde 1900 von der in Leipziger Firma Zachariä angefertigt.
1921 weihte man das neue 3stimmige Geläut aus Gussstahl vom Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation Geläut aus Gussstahl. Die kleine und die mittlere Glocke wurden 1917 eingeschmolzen, die große Bronzeglocke der Gießerei Hilliger von 1572 wurde an die Kirchgemeinde Deutschenbora verkauft, wo sie, zusammen mit zwei kleineren Bronzeglocken seit dem 1921 zu hören ist. Der Elektrobetrieb begann im Jahr 2000.
1993 Restaurierung des Orgelprospekts
2000 Neudeckung des Dachreiters, Kompletterneuerung von Wetterfahne und Turmkreuz
2002 Weihe der Gedenkstätte für die Kriegsopfer und Opfer von Unrecht und Gewalt auf dem Friedhof. In der Kirche erinnern Gedenktafeln mit den Namen an die zahlreichen Opfer.
2003 Außensanierung
2005 Innensanierung der Kirche
2012 Decken des Kirchendachs als letzter großer Abschnitt der Sanierung. Einige Balken wurden erneuert und die Dachsparren erhielten eine Verschalung mit aufgelegter Dachpappe, gegen das Eindringen von Schnee und Regen.
Besonderheiten
Neben der Silbermannorgel ist der Taufstein besonders zu erwähnen. Sein Alter wird auf 500 Jahre geschätzt (Frühgotik). Mitte des 19. Jh. verschwand er und wurde erst 1937 in einem Erlichter Gehöft wiedergefunden, wo er als Gänsetrog genutzt wurde
Bezug zum Kloster Altzella
Niederschöna und seine Kirche standen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Kloster Altzella. Die Gemeinde Halsbrücke jedoch ist seit 2007 im Klosterbezirk Altzella Mitglied.
42 | St. Lorenzkirche Halsbrücke |
Geschichte der Kirche
2012 jährte sich die Weihe unserer Kirche „St. Lorenz“ in Halsbrücke zum 20. Male. Allerdings ist die Kirchengeschichte auch für Halsbrücke schon bedeutend länger. Bis 1972 bildete Halsbrücke mit Tuttendorf eine Kirchgemeinde. Die Kirche (vorher Kapelle) „St. Anna“ gibt es in Tuttendorf schon vermutlich seit 1190 bis 1218. „St. Anna“ ist die Schutzheilige der Bergleute im Silberbergbau. Deshalb wurden nach ihr, von den Bergleuten in unserer Gegend, auch Grubenbaue benannt.
Zwar verkehrte im vorigen Jahrhundert über Tuttendorf der Zug nach Halsbrücke, aber trotzdem war der Weg zur Kirche für die Christenlehrekinder zu weit. 1944 schreibt Pfarrer Luthardt: „… Da früher für einige Zwecke die Schule zur Verfügung stand, mögen die Vorgänger im Amt diesen Mangel nicht so empfunden haben …“ Nach mehreren Anläufen wurde dann 1954 ein einfacher Holzbau aus einer alten, abgebauten Baracke errichtet. Hier fanden nun die Christenlehre, der Konfirmandenunterricht und von den Kreisen hauptsächlich der Frauenkreis statt, später dann auch Gottesdienste.
Am 04. November 1984 wurde das 30-jährige Kapellenjubiläum gefeiert. In seiner Predigt sagte Pfarrer Lehmann: „Obwohl sehr bescheiden, ist die Kapelle doch ein Stück Heimat geworden. … Dazu kommt nun noch die Freude, dass wir unser altes, immer baufälliger werdendes Haus durch ein Neues ersetzen können. …“ Das Modell dafür konnte im Oktober 1986 gezeigt werden. Die äußere Form ist an ein Huthaus der Bergleute angelehnt. Der Grundstein wurde am 23. Juni 1990 gelegt. Mit der Währungsunion kam die bis dahin gesicherte Finanzierung in Gefahr. Nur durch weitere Spenden, durch die Hilfe der Landeskirche und uns befreundeter Kirchgemeinden wie Münstedt, Much, Hamburg/Bramfeld und nicht zuletzt des Landratsamtes Freiberg konnte der Bau weitergeführt werden. Einrichtungsgegenstände waren Geschenke von privaten Personen und auch von der politischen Gemeinde.
Die Glockenweihe erfolgte am 30. Juni 1991. „A.D. 1991 Hoffnung“ ist die Inschrift der Glocke. Nur mit Hoffnung waren die nächsten Monate zu meistern. Am Eckstein der Kirche steht ihr Name - „St. Lorenz“. Dieser Name ist mit Halsbrücke tief verwurzelt, da diesen Namen Grubenbaue in Halsbrücke seit Generationen tragen. Das bringt Vertrauen und Geborgenheit.
Am 26. Januar 1992 fand der letzte Gottesdienst in der alten Holzkapelle statt.
Unser modernes Gemeindezentrum „St. Lorenz“ wurde am Sonntag, dem 02. Februar 1992 mit einem feierlichen Gottesdienst durch Landesbischof Dr. Hempel geweiht. Es ist ein vielseitig nutzbares Haus entstanden. Durch flexible Wände ist Platz für Begegnungen, für kirchlichen Unterricht, Gemeindeabende, Kreise, Chorproben und Gottesdienste. Unterstützt wird alles von einer kleinen Küche, guten sanitären Anlagen und moderner Technik.
Und die Hoffnung hat uns weiter getragen. So konnte am 24. April 2005 durch den Einsatz von Herrn Christian Hänisch eine neue Truhenorgel geweiht werden.
Am 05. Februar 2012 haben wir zum 20. Male das Kirchweihfest gefeiert. Glauben - Hoffnung - Dankbarkeit, diese Worte sind im christlichen Miteinander sehr wichtig. Sie gaben uns die Kraft für das Geschaffene in schwierigen Zeiten.
Bezug zum Kloster Altzella
Der Ort und die Kirche Halsbrücke standen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Kloster. Die Gemeinde Halsbrücke jedoch gehört seit 2007 zum Klosterbezirk Altzella.
43 | Kirche Conradsdorf |
Geschichte
Bei der Besiedlung um das Jahr 1160 wurde das Pfarrdorf Conradsdorf als zweireihiges Waldhufendorf angelegt. Die Pfarrhufe mit Kirche und Pfarrgut befand sich am höchsten Punkt des Ortes. Im Jahr 1334 schenkte der Ritter Reinhard von Reinsberg dem Freiberger Hospital St. Johannis den Conradsdorfer Bischofszehnten. Der Chronist Pfarrer Israel Löscher berichtete, dass 1538 bis 1540 'diese Dörfer Lutherisch' wurden. Im Jahr 1617 brannte die Pfarre bis auf die Grundmauern ab. 1658 wurde der Glockenturm außen mit Brettern beschlagen. Während des Dreißigjährigen Krieges, am 16. April 1632, haben 'keyserliche Völcker' die Kirche ausgeraubt. Einhundert Gulden und ein silberner Kelch wurden dabei entwendet, der Pfarrer und Schulmeister büßten dabei fast ihr Leben ein. Von 1670 bis 1673 fand eine Generalreparatur der Kirche statt. Dabei senkte man den Fußboden ab und belegte ihn anschließend mit Ziegeln. Die Außenmauern wurden um 75 cm erhöht, Dachstuhl und Dach erneuert. Im Jahr 1675 bekam die Kirche eine 'Schlaguhr auf die große Glocke'. 1700 musste der Kirchturm stabilisiert und ebenso wie das Rondell über dem Altar und die Sakristei (auch als Beinhaus bezeichnet) neu mit Schindeln gedeckt werden. Der berüchtigte Räuber Lips Tulian kommt vermutlich für zwei Kircheneinbrüche im Jahr 1702 und weitere in den Jahren 1707 und 1708 in Betracht. Die Beute fiel dabei immer gering aus. 1726 beschädigte ein Sturm das Kirchendach schwer. 1747 wurde der Kirchturm neu eingedeckt. Die dabei ausgetauschte Wetterfahne erhielt die Initialen des neuen Kirchenpatrons D. R. Z. F. (Der Rat Zu Freiberg). In den Jahren 1871/72 brach man das Langhaus ab und baute es verlängert wieder auf. Der mächtige Kirchturm mit dem Chor blieb dabei erhalten. Damals bekam die Kirche im Wesentlichen ihre heutige Gestalt. Der Innenraum mit den nach der Erweiterung eingebauten Emporen, der Kanzel und dem Gestühl zeugt heute noch von dieser Maßnahme. Ein erhaltenes Foto mit vielen Arbeitern auf der Baustelle erinnert ebenfalls daran. Die meisten Bauarbeiten erledigten Bergleute aus der Parochie. Der Verantwortliche für den Kirchenumbau, der Zimmermeister Gottlob Heinrich Fritzsche aus Niederschöna, wurde mit einer Gedenktafel gewürdigt. 1907 baute man eine Zentralheizung und 1910 die erste Elektroanlage ein. 1956 und 1993 erfolgte jeweils die Außenputz-Erneuerung. 1975 mussten Turm und Wetterfahne generalüberholt werden. Der Dachneudeckung 1993 folgte 1996 die Innenrenovierung.
Kunst und Kulturgut
Das Taufbuch aus dem Jahr 1548 ist das älteste vorhandene Kirchenbuch. Die teilweise lückenhaften Totennachrichten beginnen 1613, die Trauregister 1614. Der 1565 angeschaffte Taufstein wurde 1872 durch einen vom Halsbacher Rittergutsbesitzer Käferstein gestifteten ersetzt. Der Verbleib des alten Taufsteins ist unbekannt. Im Jahr 1871 fertigte der Niederschönaer Tischlermeister Carl Heinrich Fritsche den noch heute in der Kirche stehenden Altar. Das von Alexander Stichard stammende Altargemälde, den segnenden auferstandenen Christus darstellend, ist ein Geschenk des Sächsischen Kunstfonds. An der Pfarrscheune wurde 1937 das bis dahin in die Giebelwand der Scheune eingemauerte und damals wiederentdeckte Sühnekreuz aufgestellt. Über die Herkunft dieses Denkmals ist wenig bekannt. Die im Jahr 1638 angeschaffte neue Kanzel wurde 1690 auf Kosten der Falkenberger Erbmüllerin farbig bemalt. Heute ist diese Kanzel auf dem Kirchenboden abgestellt. 1683 wurde ein neuer Kelch für 28 Taler erworben. 1714 stellte Gottfried Silbermann die für 200 Taler gefertigte neue Orgel auf. Nach der Kirchenerweiterung 1871/72 musste die zu klein gewordene Orgel 1899 durch eine Eule-Orgel mit 17 klingenden Stimmen ersetzt werden.
Geläut
Im Jahr 1502 wurde die große Glocke angeschafft, die noch heute als mittlere Glocke im Turm hängt. 1627 fertigte die Freiberger Gießhütte Hilliger aus einer alten Glocke die kleine Glocke. Dieser folgte im Jahr 1815 die mittlere Glocke. Während des 1. Weltkrieges wurden die kleine und mittlere Glocke beschlagnahmt und eingeschmolzen. Im Jahr 1922 beschaffte man zwei neue Bronzeglocken, die wiederum im 2. Weltkrieg abgeliefert werden mussten. Heute hängen im Turm zwei im Jahre 1953 neu gegossene Stahlglocken und die alte Bronzeglocke von 1502. Im Jahr 1961 baute Herbert Schubert die von ihm entwickelte elektrische Läuteanlage ein.
Bezug zum Kloster Altzella
Der Ort und die Kirche standen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Kloster. Die Gemeinde Halsbrücke jedoch gehört seit 2007 zum Klosterbezirk Altzella.
44 | Bergmannskirche St. Anna Tuttendorf |
Geschichte der Pfarrei
Tuttendorf wurde um das Jahr 1160 im Zuge der von Markgraf Otto veranlassten Besiedlung des Erzgebirgsvorlandes als Pfarrdorf gegründet. Das zweireihige Waldhufendorf mit etwa 22 Bauernstellen wurde im Jahr 1162 Teil der Stiftung von Altzelle. Nach der Entdeckung der Silbererze um 1168 forderte der Markgraf das vermutete Zentrum der Lagerstätte mit dem Dominicale und den Dörfern Berthelsdorf, Christiansdorf und Tuttendorf vom Kloster zurück. Das ursprüngliche Pfarrlehen, der Pfaffenberg, reichte vom Dorf entlang der Mulde bis zur Flurgrenze mit Christiansdorf. Pfarrgut und Kirche befanden sich vermutlich am Hufenanfang, nahe am Dorf. Nach dem Silberfund änderten sich die Verhältnisse grundlegend. Damals waren, wie anzunehmen ist, weder Pfarrgut noch Kirche fertiggestellt. Dem Bergbau folgten die Schmelzhütten, die wegen der Wasserkraft an die Flüsse gebunden waren. Es ist anzunehmen, dass diese Betriebe wegen der Umweltbelastungen nicht in die neue Stadt gesetzt wurden, sondern nahe Tuttendorf entstanden.
Die jüngsten Forschungen, insbesondere durch Dr. Uwe Richter, haben die bisher vertretene Meinung widerlegt, dass Tuttendorf, Christiansdorf und Loßnitz einer Parochie angehörten.
Baugeschichte der Bergmannskirche St. Anna Tuttendorf
In der Turmknopfurkunde von 1705 heißt es: 'Zu welcher Zeit anfänglich ein klein Kapellchen angelegt und nachgehends ein ander Stück nach dem Altar zu bei Vermehrung der Eingepfarrten ist mit bei gebauet worden..'. Aber man weiß, dass urkundlich der Pleban Nicolaus im Jahr 1342 als Tuttendorfer Pfarrer genannt wurde. Ein Pfarrer im Ort setzte ein bestehendes Gotteshaus voraus.
So wie wir die Tuttendorfer Kirche St. Anna heute sehen, entstand sie 1705 bis 1710. Damals wurde die schon zwischen 1577 und 1585 und noch einmal 1629 erweiterte Kapelle zum dritten Mal verlängert und das Mauerwerk um 3 Ellen erhöht. Der Altarvorraum wird noch heute durch die beiden 1,5 m dicken Außenwände der mittelalterlichen Kapelle begrenzt. Das Gotteshaus stand in der Mitte des Tuttendorfer Bergreviers. Am 26. Juli, dem Namenstag der heiligen Anna, die als Erzbringerin von den Bergleuten verehrt wurde, führte man Wallfahrten nach Tuttendorf durch.
Kunst- und Kulturgut
Auf dem Friedhof nahe der Sakristei ist eine spätgotische Betsäule aufgestellt. Am ehemaligen Pfarrhaus liegen Bruchstücke eines Grabmahls, das an die Familie des für den Kirchenumbau 1705 bis 1710 verantwortlichen Pfarrers Lange erinnert. Auch in der Kirche werden einige schöne Grabsteine aufbewahrt. Die in den äußeren Ostgiebel eingemauerte Kugel und die im Vorraum ausgestellten Kanonenkugeln erinnern an den Siebenjährigen Krieg.
Die im Jahr 1710 von dem Freiberger Künstler Johann Jacob Wirsdorf geschaffene, reich mit Symbolik verzierte Barockdecke im Kirchenschiff und der Sakristei, ist der schönste Schmuck des Gotteshauses. Weiterhin zieren die um 1515 geschnitzte Schutzpatronin Anna Selbdritt, der Taufstein, der Altar, die Kanzel und die Emporen die Kirche. Die Orgel des Schülers und Nachfolgers von Silbermann, Adam Gottfried Oehme, ist ein herausragendes Werk der sächsischen Orgelbaukunst. Gegenwärtig befinden sich drei Eisenhartgussglocken auf dem Turm. Die älteste und größte Bronzeglocke, eine noch aus romanischer Zeit stammende, mit einer rätselhaften Inschrift versehene, musste 1848 umgeschmolzen werden. Die mittlere Glocke war 1515 vermutlich von der Freiberger Gießhütte Hilliger angefertigt worden. Die kleine Glocke stammte aus dem Jahr 1704. Im 1. und 2. Weltkrieg wurden alle Bronzeglocken eingeschmolzen.
Kirchgemeinde
Bis zur Aufhebung von Altzelle waren die zur Grundherrschaft des Klosters gehörigen Vorwerke Hals und Klippel, sowie acht Siedelstellen beim Klippelvorwerk, die heute nach Großschirma gehören, gemeinsam mit Loßnitz nach Tuttendorf gepfarrt. Zur Parochie gehörten außerdem die späteren Gründungen Lößnitz, Halsbrücke und Neubau. Das Fürstental und das Gebiet vor dem Meißner Tor war Teil der Tuttendorfer Kirchgemeinde. Zwischen 1842 und 1974 wurden alle diese Siedlungen aus der Gemeinde ausgegliedert. Bis 2002, dem Jahr der Vereinigung mit Conradsdorf, gehörte nur noch Tuttendorf zur Parochie.
46 | Freiberger Zinngießerei |
47 | Klosterpark Altzella |
Das Erbe der Zisterzienser lässt sich auf einem Rundgang durch den Klosterpark Altzella erkunden, der dabei durch ein mittelalterliches Klosterrefektorium und den Bibliothekssaal hinaus in die romantische Parkanlage führt. Hier können alte Bäume sowie mittelalterliche Ruinen bestaunt werden. Die Geschichte des Klosterparks beginnt bereits im 12. Jahrhundert. Im Jahr 1162 erhielt der Meißner Markgraf Otto der Reiche die Genehmigung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, das Kloster Marienzell zu gründen. Ursprünglich als Begräbnisstätte für seine Familie gedacht, begann hier 1175 mit dem Einzug von zwölf Mönchen und einem Abt aus dem Mutterkloster Pforta das klösterliche Leben. Seine erste Blütezeit hatte das Kloster im 13. Jahrhundert unter Abt Ludeger mit einer bereits gut ausgestatteten Bibliothek und der Entstehung des »Sachsenspiegels«, des ältesten deutschen Rechtsbuchs.
48 | Litfaßsäule |
49 | Pöppelmannbrücke Nossen |
Große Bedeutung für die Ansiedlung in Nossen hatte im Jahr 1717 die Erneuerung der Muldenbrücke durch den Barockarchitekten Matthäus Daniel Pöppelmann. Der berühmte deutsche Baumeister stand in den Diensten von Kurfürst August dem Starken. Als sein berühmtestes Bauwerk gilt der Dresdner Zwinger. Die Nossener Pöppelmannbrücke ist ein Knotenpunkt für regionale und überregionale Wander- und Radwege. Wer zur richtigen Jahreszeit das historische Bauwerk passiert, kann die nistenden Störche auf der Esse nebenan beobachten.
50 | Wegstein Am Kronberg |
51 | Denkmal Ilkendorf |
52 | Völkerschlachtsdenkmal Saulitz |
54 | Dorfkirche Heynitz |
Geschichte der Kirche Heynitz
Die Anfänge der Gemeinde Heynitz reichen zurück bis zur slawischen Besiedlung in unserem Landstrich ab dem Jahr 600. So lag Heynitz 929 im slawischen Gau Dalaminzi. Danach begann die Eroberung des slawischen Altsiedellandes und die deutsche Herrschaft in der Mark Meißen wurde gefestigt. 1160 gehörte Heynitz zum Burgward Robschütz. Bis 1220 erfolgte die Besiedlung der Gebiete außerhalb der slawischen Altsiedlerbereiche durch deutsche Kolonisten. In dieser Zeit wurde ein Vasall des Meißner Burggrafen mit Heynitz belehnt, der im Dorf eine Wasserburg errichtete. In einer Urkunde von 1346 wird Heynitz als Parochialkirche erwähnt, die unter dem Erzpriester von Lommatzsch stand. Ende des 14. Jh. findet man in Urkunden mehrfach einen Jenchin von Heinicz. 1396 verbürgten sich Jane und Hans von Heinitz für die Brüder von Ziegler auf Gauernitz, als diese dem Kloster Altzella das Dorf Reick verkauften. Ein Heynitzer Pfarrer wird 1428 erstmals erwähnt. Im Meißner Bischofsmatrikel von 1495 ist die Kirchgemeinde Heynitz in der Sedes Lommatzsch vermerkt. 1539 kommt es zur Reformation und Heynitz wird lutherisch. In der ersten kursächsischen Landesaufnahme von 1591 findet sich unter dem Amt Meißen folgender Eintrag: 'Das Dorf Heinitz ist Georg von Heinitz erben 3 Bauern, 9 Halb Hüffner, 9 Heuslein'.
Im Jahr 1720 erhielt die bis dahin viel niedrigere Kirche im Wesentlichen ihre heutige Gestalt. Die Mauern wurden um 3 Ellen erhöht, eine zweite Empore gebaut, der Turm an der Westseite und die Sakristei an der Ostseite angebaut. Leider wurde bei den Bauarbeiten der 1622 von Anna von Heynitz gestiftete steinerne Altar zerschlagen. 1842 erfolgte ein Umbau, bei dem die Orgel über dem Eingang im Turm platziert wurde. 1879 brannte der Turm durch einen Blitzschlag bis auf die Turmhaube ab. Beim Wiederaufbau wurde er um 2 Ellen erhöht. Gleichzeitig erneuerte man die Sakristei, versah sie mit zwei bunten Glasfernstern und stellte eine Büste Luthers und Melanchtons auf. 1960 wurde das Kirchendach neu gedeckt und 1984 - 1991 erfolgten eine umfangreiche Innen- und Außenerneuerung. Bei all diesen Arbeiten nahmen die Dorfbewohner als Helfer und durch Spenden großen Anteil.
Auch in Zukunft wird an unserer Kirche gebaut werden müssen, vor allen das Turmdach und das des Kirchenschiffs sind in einem sehr schlechten Zustand. Dabei sind wir wieder auf Ihre Mithilfe und Spenden angewiesen.
Besonderheiten
Taufengel
Ein besonderes Kleinod ist der schwebende Taufengel, der 1720 von Anna Elisabeth von Heynitz gestiftet wurde. 1884 verbannte man ihn auf den Kirchenboden und nutzte einen Taufstein. 1938 wurde er 'wiederentdeckt' und wieder aufgehängt bis er 2009 aufwendig restauriert wurde. Das Besondere: beim Herunterlassen zur Taufe dreht er sich 180 Grad.
Geläut
Im Turm hängen zwei Bronzeglocken. Die 340kg schwere große Glocke wurde 1533 durch die Gießerei Hilliger in Freiberg gegossen. Sie trägt die Inschrift: Soli deo honor et gloria - Allein Gott Ehre und Ruhm. Vermutlich gehörte die Glocke einst dem Kloster Altzella. Die 125 kg schwere kleine Glocke wurde 1921 durch Fa. Bierling in Dresden gegossen. Die ebenso von 1921 stammende mittlere Glocke (221 kg) kam nach dem Abtransport im 2. Weltkrieg leider nicht wieder nach Heynitz zurück.
Kanzel
Gottlob Rudolf von Heynitz stiftete 1720 den Altar und die Kanzel. Eine weitere Schenkung – eine umfangreiche Bibliothek - erhielt die Kirche von Georg Rudolf von Heynitz.
Bezug zum Kloster Altzella
Ort und Kirche hatten keinen direkten Bezug zum Kloster Altzella. Jedoch besaß das Geschlecht derer von Heynitz eine Begräbniskapelle im Kloster Altzella.
55 | Dorfkirche Raußlitz |
Geschichte der Kirche Raußlitz
Willkommen in einer der ältesten Dorfkirchen des ehemaligen Daleminzier-Gebietes. Am Fuße der Radewitzer Höhe, liegt das Dorf Raußlitz. Bereits um das Jahr 1000 wurde inmitten des Dörfchens „Rusalicy“ eine Wehrkirche errichtet und der heiligen Katharina geweiht (Ersterwähnung des Dorfes 1264). Sie diente gleichzeitig der Grenzsicherung zum slawischen Teil des Daleminzier-Gebietes entlang des Ketzerbaches. Um die Kirche herum verlief ein mit Wasser gefüllter Wehrgraben, der später verfüllt wurde. Ein trutziger Turm, der durch die heute noch vorhandene Tür auf der Südseite zu erreichen war, wurde 1694 abgebrochen. Bei Drainage-Arbeiten im Jahr 2000 stießen Arbeiter auf die Fundamentmauern und den Ziegelplattenfußboden, so dass der Turm wieder lokalisiert werden konnte. Zeugnisse aus alter Zeit sind weiterhin eine spätgotische Außenstützmauer an der Süd-Ost-Ecke des Kirchenschiffes sowie die eindrucksvollen spätgotischen Türgewände im Süden und im Westen der Kirche. Letztere zeigt am rechten äußeren Gewändeteil eine sogenannte Teufelskralle, Abschürfungen, von denen man sagt, dass in früherer Zeit Ritter ihre Schwertspitzen dort geschärft hätten.
Eine Rarität: Das Turmgeläut
Vielleicht aus Beständen des aufgelösten Klosters Altzella stammend, kam das Geläut wohl Mitte des 16. Jh. in die Kirche Raußlitz. Die drei wunderbar miteinander harmonierenden Glocken (1519, 1520, 1524) wurden 2003/04 generalüberholt und rufen nun täglich drei Mal zum Gebet.
Neu entdeckt: Die Innenraumgestaltung
Etwa in der Mitte der Längsausdehnung des Langhauses deuten vertikale Wandabsätze auf eine früher erfolgte Erweiterung der Kirche vermutlich in Ostrichtung. Die heutige Form der Kirche spiegelt im Wesentlichen das Ergebnis umfassender Innen- und Außenrenovierungen zwischen 1714 und 1768 wider. Die Ausmalung in dieser Zeit war barocken Stils, wobei die Fenstergewände mit reichem Schmuckwerk bemalt waren (freigelegte Passagen 1. Empore, Südfenster). Die aus dem 16. Jh. stammenden Begräbnistafeln von hier ansässigen Rittergutsbesitzern der Familien von Maltitz (Ilkendorf) und von der Pfordten (Pinnewitz) erinnern daran, dass die Rittergüter Pinnewitz, Raußlitz, Ilkendorf für diese Kirche mitverantwortlich waren. Die Familie von Maltitz hatte zudem eine enge Beziehung zum Kloster Altzella.
Die farbliche Gestaltung des Innenraumes hat stark gewechselt. Die Sächsische Kirchengalerie spricht noch um 1900 von einem „völlig schmucklosen Saalbau“. Die Sehnsucht nach Farbe führte 1924 zu einer umfassenden farblichen Neugestaltung in kräftigen Blau- und Grautönen. In den fünfziger Jahren wurde die zweite Empore entfernt. Im Zuge der dringend notwendig gewordenen großen Innenrenovierung 1999-2003 wurde auf Grund von Farbuntersuchungen die Kirche in barocker Farblichkeit vollständig neu umgestaltet, wobei die beiden alten Deckenbilder zur Überraschung aller wieder freigelegt werden konnten. Nun ist der Himmel über der Gemeinde geöffnet und kleine trompetende Engel schweben über den Gottesdienstbesuchern, Engel, die - deutlich sichtbar - männlich und weiblich sind. In Raußlitz zumindest ist damit die Frage nach der Geschlechtlichkeit der Engel eindrücklich beantwortet.
Ein protestantisches Kirchenkonzept – Taufstein und Kanzelaltar
Nach protestantischem Kirchenverständnis ist der Kirchenraum in einer Achse konzipiert, die über den Taufstein auf den Kanzelaltar zuläuft. Zum Reformationsgedenken 1839 wurde ein eiserner Taufstein“ gestiftet. Mit der Einrichtung der kleinen Taufkapelle mit Buntglasfenstern rechterhand des Altarplatzes wurde 1962 ein neuer Taufstein mit folgender Umschrift geschaffen: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden“ (Mk. 16,16). Im Zuge der Renovierung 1999-2003 wurde dieser Taufstein wieder in die Mitte des Altarplatzes gerückt, um deutlich zu machen: Die Taufe ist kein abgesondertes „Winkelereignis“, sondern hat ihren Platz mitten in der Gottesdienstgemeinde.
Auch die in dieser Gegend durchaus übliche Form des Kanzelaltars setzt in klassischer Weise protestantisches Glaubensgut um. Der Kanzelaltar wird von oben nach unten „gelesen“. Die Herrlichkeit Gottes (sonnenähnliche Gloriole mit dem Symbol des dreieinigen Gottes) leuchtet in diese Welt hinein. Die beiden kleinen Gewölbehälften (Himmelsgewölbe) geben in der Mitte Raum. Die Herrlichkeit Gottes wird durch sein Wort (Kanzel) unter die Menschen gebracht. Dabei bildet das Kreuz Jesu eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Unter dem Wort Gottes versammelt sich die Gemeinde um den Altar zum Abendmahl. Wort Gottes und christliche Gemeinschaft gehören zusammen.
Der Kanzelaltar ist datiert auf das Jahr 1720 und wurde lt. Bleistifteintrag auf der Rückseite des Altars 1841 durch den Siebenlehner Tischlermeister Siegismund Schneider erneuert. 2002/03 wurde der Kanzelaltar in barocker Farblichkeit grundlegend neu gestaltet.
Von solider Klangqualität – Die Franz Keller-Orgel
Die Orgel wurde 1889 durch den Ostrauer Orgelbaumeister Franz Keller geschaffen. Sie hat 12 klingende Stimmen bei zwei Manualen und Pedal. In den Dreißiger Jahren bekam auf Anregung des damaligen Pfarrers die romantisch geprägte Orgel durch Umbaumaßnahmen einen eher barocken Klangcharakter. Bei der Generalüberholung der Orgel im Jahre 2000 wurde dies beibehalten. Der blaugraue Anstrich von 1924 konnte dabei abgenommen werden, so dass die Orgel heute wieder in ihrer originalen Gestaltung zu sehen ist.
56 | Dorfkirche Wendischbora |
Geschichte der Kirche Wendischbora
Im Rittergutsgelände befand sich die Vorgängerkirche. Diese Nähe zum „Schloss“ gibt Aufschluss über das enge Verhältnis zwischen dem hier lebenden Adel und der Kirchgemeinde. In einem Patronatsverhältnis (Schutzherrschaft) hatte die jeweilige Adelsfamilie (v. Maltitz, v. Schleinitz, Preuß, v. Bomsdorf, v. Feilitzsch und nach 1990 die Familie v. Schwerdtner) über Jahrhunderte eine Mitverantwortung für diese Kirche übernommen. Die über 300 Jahre in Wendischbora ansässige Familie von Maltitz stand in sehr enger Beziehung zum Kloster Altzella. Ein Großbrand im Rittergutsgelände 1833 zerstörte auch die Kirche, die schon früher mehrfach durch Brände in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der freie Standort des Schäferfeldes schien für den Bau einer Kirche besser geeignet. Nach nur einjähriger Bauzeit konnte die Kirche am 23.11.1834 eingeweiht werden. Aus diesem Jahr stammen auch die drei Bronzeglocken, der gusseiserne Taufstein und die Orgel. Ausgeführt wurde ein Saalbau mit zwei Emporen. Der Turm war westlich in das Langhaus eingelassen. Der Gesamtaufriss des Innenraumes ist bis heute unverändert.
Hell und freundlich – die Innenraumgestaltung
Der Innenraum konnte in den vergangenen 15 Jahren grundlegend renoviert und restauriert werden. Dadurch wurde der helle und freundliche Charakter der Kirche deutlich gehoben. Die Emporenfelder zieren Schablonenornamente (2. Empore) sowie die in den dreißiger Jahren geschaffenen Motive zum Kirchenjahreskreis (1. Empore).
Typisch sächsisch - der Kanzelaltar
Vor Ihnen erhebt sich ein Kanzelaltar, wie er sich in sächsischen Kirchen häufig findet. Bei den Neugestaltungen des Kanzelaltars 1884 durch Architekt Kandler wurden oben aufgesetzte Schmuckelemente abgenommen, dafür die seitliche Berankung und die Bekrönung der Kanzel hinzugefügt. Die klassische Ausführung des Kanzelaltares, ist hier leicht reduziert, aber immer noch vom protestantischen Grundkonzept geprägt: Der Kanzelaltar wird von oben nach unten „gelesen“. Die sonnenähnliche Gloriole mit dem Symbol des dreieinigen Gottes steht für die Herrlichkeit Gottes. Der Himmel ist offen (die sonst den Himmel andeutenden zwei Himmels-Gewölbehälften fehlen hier). Die Herrlichkeit Gottes wird durch sein Wort (Kanzel) unter die Menschen gebracht. Die Taube unterhalb des Kanzeldeckels deutet auf den Heiligen Geist Gottes, der durch sein Wort unter Menschen lebendig wirkt und Frieden verkündigt.
Eine reizvolle kleine Königin - die Orgel
Es existieren nur noch acht Orgeln aus der Orgelwerkstatt Müller/ Reiß aus Neugersdorf/ Lausitz. Die Orgel in Wendischbora hat acht klingende Register im Manual und zwei im Pedal. 1905 wurde sie durch den Orgelbaumeister Schäfer aus Freiberg umdisponiert. Außerordentlich originell erscheint das farbige Orgelgehäuse im Rokoko-Stil. Die grundlegende Generalüberholung 2007 ermöglichte die Neuschaffung der Zinnprospektpfeifen und eine restauratorische Reinigung des reizvollen Orgelgehäuses.
Ein Zeugnis einer großen Liebe zur Kirche - die Kirchenfenster
Die Buntglasfenster von 1888/89 wurden durch den Dresdner Kunstglaser Bruno Urban gestaltet. Sie konnten 2003 restauriert werden. Die übrigen großen Kirchenfenster wurden im Jahr 2001/02 durch zwei Gemeindeglieder und einige Helfer ehrenamtlich gänzlich neu geschaffen. Das hereinbrechende Tageslicht ist so immer wieder ein Bild dafür, dass es auch heute durchaus Menschen gibt, die für Gott und seine Gemeinde viel persönlichen Einsatz und Liebe aufbringen.
Ein Zeugnis alter Gießerkunst – der Wasseralfinger Ofen
Bereits 1898 leistete man sich als Kirchenheizung einen sog. Wasseralfinger Ofen - ein wunderbares Zeugnis damaliger Eisengießerkunst, das noch heute bewundert werden kann. Die laufenden Kosten der Heizung wurden damals aus dem Ertrag des sonst umstrittenen „Klingelbeutels“ erbracht (Kollekte im Gottesdienst). 1998 wurde in die Kirche eine elektrische Heizung installiert.
Klein aber rege – die Kirchgemeinde Wendischbora
Wendischbora mit Mahlitzsch ist selbständige Gemeinde (150 Gemeindeglieder) im Schwesterverbund mit Raußlitz und Rüsseina (Pfarrort). Außer in den Gottesdiensten (zweimal monatlich) trifft sich hier Gemeinde in Christenlehregruppen, Flötenkreis, Gitarrenkreis, Junger Gemeinde, Gebetskreis, Seniorenkreis sowie im Erwachsenengesprächskreis „Offene Gemeinschaft“. Die 1998 wieder erworbene alte Kirchschule konnte 2001 zu einem vielseitig nutzbaren Gemeinschaftshaus umgebaut werden, das auch gern zu privaten Feiern und durch Vereine genutzt wird. Höhepunkte in der Gemeinde sind im Rahmen der kirchlichen Hochfeste besonders das für alle drei Gemeinden gemeinsam gefeierte „Open air-Pfingstfest“ auf der kleinen Festwiese, der gemeinsam gefeierte Bußtagsgottesdienst, Ostereierrollen am Ostermontag, Kirchenkinoveranstaltungen sowie einzelne Konzerte.
57 | Kirche Rüsseina |
Geschichte der Rüsseinaer Kirche
Sie ist ein unübersehbares Wahrzeichen dieser Gegend. Ohne es zu ahnen, beschreiten die Besucher - vom Friedhof her kommend - bereits das Kirchenschiff der Vorgängerkirche, sind über den ehemaligen Altarplatz unter dem Turm hindurch nun in die „neue“ Kirche eingetreten. Über Jahrhunderte diente eine sog. Chorturmkirche mit wuchtigem romanischen Turm und westlich vorgelagertem kleinen Schiff als geistliches Zentrum für die über 25 umliegenden Ortschaften. Die Dörfer Priesen und Höfgen waren bis zur Reformation dem Kloster Altzella abgabepflichtig. Als sogenannte „Urpfarrei“ wurde bereits 1090 unter Kaiser Heinrich III. „Rocina“ als Pfründe des Domes zu Meißen erwähnt. Bis ins 19. Jh. hinein blieb die Aufsicht des Domkapitels über die Kirchfahrt Rüsseina erhalten. Ständige Klagen über die Enge der Kirche führten zu dem Entschluss eines Kirchenneubaus. Während das alte Schiff vorerst stehen blieb, wurde 1782 - 1786 östlich des Turmes ein gewaltiges zweites Kirchenschiff in der Art eines Saalbaues angefügt. Ein Kuriosum: ein Turm inmitten zweier Kirchenschiffe! Wann der Dachreiter mit Laterne aufgesetzt wurde, ist unklar. Die Außenproportionen bleiben ungewohnt: Der frühere Baupfleger Möller pflegte von der „Glucke zu Rüsseina“ zu sprechen.
Vierfacher Ruf zum Gebet - Das Geläut
Im Turm befindet sich ein vierfaches Geläut. Während die kleine Glocke (1887) im Turm verblieb, wurden die drei übrigen Glocken im 2. Weltkrieg eingeschmolzen und 1955 durch drei Klangstahlglocken ergänzt. Heute rufen die Glocken drei Mal täglich zum Gebet.
Typisch protestantisch - Der Kircheninnenraum
Die Rüsseinaer Kirche ist mit 1.200 Plätzen eine der größten Dorfkirchen in Sachsen. Die Namensschilder in den Bänken erzählen von Familien, die ihren Kirchenplatz „kauften“ und damit den Kirchenbau mitfinanzierten. Der Kirchenraum ist in einer Achse konzipiert, die über den Taufstein (farblich gestaltetes Gusseisen, 1871) auf den Kanzelaltar zuläuft. Der Hainichener Künstler Gottlob Stecher bediente sich schlichter barocker Formen: Der Kanzelaltar wird von oben nach unten „gelesen“. Die Herrlichkeit Gottes (sonnenähnliche Gloriole mit dem Symbol des dreieinigen Gottes) leuchtet in diese Welt hinein. Das Himmelsgewölbe lässt in der Mitte Raum. Der Himmel ist offen! Die Herrlichkeit Gottes wird durch sein Wort (Kanzel) zu den Menschen gebracht. Dafür steht die Kanzel, die mit den Symbolen Kreuz, Anker und Herz nach Apostel Paulus Schwerpunkte göttlicher Gaben setzt.
Christliche Symbolik im Wandel der Zeiten - Die Buntglasfenster
1885/86 schuf die berühmte Firma Tuercke aus Zittau die Buntglasfenster auf der Ostseite. Die unteren Fenster zeigen im Symbol die vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). Leider war die Dresdner Firma Schreiner jeglicher christlicher Symbolik dermaßen unkundig, dass sie bei der Renovierung der Fenster 1982-85 die Reihenfolge der Evangelisten vertauschten und anstelle des Engels einen zweiten Stier fabrizierte.
Ein Zeugnis lokaler Handwerkskunst - der Zentralleuchter
Rüsseina war geprägt durch mehrere Metallfachbetriebe. Dies spiegelt sich in der Ausführung des Zentralleuchters wider, den Schmiedemeister Pilz 1985 nach dem Entwurf des Berliner Architekten Klaus Bartheil schuf.
Klangwelt Orgel
Dass Rüsseina heute eine wunderbare und solide Orgel hat, ist das Ergebnis einer schlechten „Spar-Erfahrung“. 1785 hatte die Lommatzscher Firma Richter für 900 Taler eine Sparvariante eingebaut. Diese aber war mit so vielen Mängeln behaftet, dass die Rüsseinaer sich bereits 1871 für die Anschaffung einer Jehmlich-Orgel entschlossen (3.800 Taler). Die Orgel konnte 2005 zusammen mit der Reaktivierung der historischen Balghebeanlage generalüberholt werden und besticht durch Klangfülle und Farbenreichtum. Mit zwei Manualen hat sie 27 klingende Register und über 2000 Pfeifen. Die Orgel befindet sich der Kanzel gegenüber und steht für die klangvolle Stärkung einer singenden Gemeinde.
58 | Kirche Ziegenhain |
Geschichte und Besonderheiten der Kirche Ziegenhain
Die kleine Kirche in Ziegenhain wurde 1703/04 anstelle eines älteren Kirchleins erbaut, wobei Teile der Vorgängerin in den Neubau mit einbezogen wurden. Im Inneren ist die barocke, zweiemporige Kirche einfach gehalten.
Ein großer hölzerner Kanzelaltar, gemalt in Weiß und Gold, bestimmt den Chorraum. Über dem gemauerten Altartisch befindet sich als Predella eine Darstellung des Heiligen Abendmahls. Über dem Schalldeckel der Kanzel steht auf der Weltkugel ein Salvator Mundi.
Die klangschöne Orgel schuf 1858/59 Leopold Kohl aus Leipzig. Sie ist ein solide gebautes, technisch weitgehend original erhaltenes Instrument. Insgesamt 19 Register auf Haupt-, Neben- und Pedalwerk stehen dem Organisten bzw. der Organistin zur Verfügung. Die Ziegenhainer Orgel ist eine der wenigen noch erhaltenen Kohl-Orgeln und daher eine Zeugin der Orgelbaugeschichte in Sachsen im 19. Jahrhundert. Zurzeit wird sie restauriert.
Die alte Sakristei deckt ein Korbbogen-Kreuzgewölbe. In der Tür erhielten sich ein barockes Schloss und Beschläge, im Raum ein kleines gotisches Fenster und eine Abstellnische aus dieser Zeit. Die darüber liegende Betstube ist durch eine außen liegende Freitreppe zu erreichen. Der kleine, freundliche Raum mit 20 Plätzen wird als Winterkirche genutzt.
Der Maler Oskar Zwintscher stiftete 1906 der Kirche zu Ziegenhain zum Gedächtnis seines hier im Pfarrhaus geborenen Vaters das Gemälde 'Pieta'.
In den 70/80er Jahren wurde die Kirche renoviert. 1995 konnte der Dachreiter mit seiner glockenförmigen Haube und Laterne erneuert werden. Die farbenfrohe Turmuhr ist eine besondere Augenweide. 2002 und 2003 wurden Dach und Fassade saniert. Seitdem erstrahlt die Kirche wieder in ihrer ursprünglichen barocken Farbfassung.
Bezug zum Kloster Altzella
Der Ort und die Kirche Ziegenhain standen in keinem direkten Zusammenhang zum Kloster. Die Stadt Nossen jedoch gehört seit Anbeginn zum Klosterbezirk Altzella.
59 | St. Bernhard Nossen |
64 | Heimatmuseum Nossen |
65 | Museum für ländliches Brauchtum |
66 | Park auf der Radewitzer Höhe |
71 | Schloss Heynitz |
Das kleine Schloss Heynitz hat seine Ursprünge wohl im 10. Jahrhundert und verschiedene Umund Ausbauten hinter sich. Im Jahr 2004 wurde das Schlossensemble vom Förderverein Schloss Heynitz e.V. und der Familie von Watzdorf erworben. Gemeinsam mit weiteren Akteuren, wie dem Naturschutzbund, entwickelte die Gruppe die Anlage zu einem Ort der Begegnung für Kultur und Naturbewahrung und bietet Besuchern ein vielfältiges Angebot an.
72 | Schloss Nossen |
Zentrumsnah und dennoch idyllisch gelegen blickt das Schloss Nossen über das Tal der Freiberger Mulde. Im Inneren des Renaissanceschlosses kann in die Geschichte des Schlosses – vom Kurfürstenund Kaminzimmer bis zum Keller und Verlies im Südturm des Westflügels – eingetaucht werden. Die Dauerausstellung „Spurensuche in Sachsen – Die Familie von Schönberg in acht Jahrhunderten“ widmet sich der Geschichte der sächsischen Adelsgeschlechter, dem Hauptthema des Schlosses. Die Geschichte des Schlosses Nossen beginnt 1185, als die Ritter von Nuzzin zu den ersten Besitzern einer äußerlich heute unbekannten Burg auf dem Felssporn ernannt werden. Später übernahmen die Bischöfe von Meißen die Burg, bis sie diese 1436 an das Kloster Altzella verkauften. Nach der Reformation wurde der nun ehemalige Klosterbesitz von Altzella zum Amt Nossen. Kurfürst August ließ die Burg ab 1554 in ein repräsentatives Renaissanceschloss umbauen. Teile des Riesensaals dienen heute noch als Veranstaltungsräume. Die heutige Gestalt des Schlosses entstand ab dem Ende des 17. Jahrhunderts.
Ab 1630 wurde das Schloss Nossen Sitz des Amtshauptmannes und vorwiegend als Verwaltungsgebäude genutzt. Es beherbergte das Rentamt sowie Justizamt mit Gerichtsamt und Kerkern. Im 19. Jahrhundert verfiel es allmählich und wurde unter anderem als Außenstelle der Waldheimer Strafanstalt, als städtisches Heimatmuseum und auch als Wohnraum genutzt. Seit 1993 gehört es zusammen mit dem Kloster Altzella zu den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten des Freistaates Sachsen. Heute beherbergt das Schloss Dauer- und Sonderausstellungen, die sich mit der wechselvollen Schloss- und Regionalgeschichte und einem fast vergessenen sächsischen Adelsgeschlecht befassen.
73 | Schloss Pinnewitz |
74 | Schloss Schleinitz |
Gut lässt sich am Schloss Schleinitz die ursprüngliche Wasserburg, zwei durch eine Zwingmauer verbundene Rundtürme, erkennen. Durch Jahrhunderte erfolgten Um- und Ausbau, sodass man heute Merkmale aus fast allen Stilepochen der alten Baukunst erkennen kann. 1994 erfolgte die Gründung des Fördervereins Schloss Schleinitz, der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde der Initiator für die Erhaltung und Sanierung des Ensembles ist. Restaurant mit Hotel, vielfältige Angebote wie Volks- und Kinderfeste, Ausstellungen und Vorführungen des alten Handwerkes prägen den heutigen Charakter des Ensembles.
75 | Zollhausbrücke |
Kurz bevor die Bobritzsch in die Mulde fließt, wird sie von einer alten Steinbogenbrücke überspannt. 1732 erbaut, sicherte sie damals den Handelsweg von Freiberg nach Meißen. 250 Jahre später wurde parallel eine moderne Brücke errichtet. Die alte Zollhausbrücke befindet sich nunmehr in einem sanierungwürdigen Zustand und steht unter Denkmalschutz. Den Erhalt dieses Bauwerkes hat sich ein Verein auf seine Fahne geschrieben.
76 | Kirche Neukirchen |
77 | Dorfkirche Hirschfeld |
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78 | Kirche Dittmannsdorf |
79 | Dorfkirche Bieberstein |
80 | Kirche Reinsberg |
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81 | Schloss Bieberstein |
Westlich von Reinsberg erhebt sich das Schloss Bieberstein, welches, angefangen mit Vorgängerbauten um 1150, auf eine lange Geschichte zurückblickt. Auf einem Felsen oberhalb des malerischen Bobritzsch-Tals gelegen, präsentiert das Schloss heute mit seinem Hauptgebäude eine der frühesten Barockbauten Sachsens. Seine gegenwärtige Gestalt erhielt es nach dem Neuaufbau des oberen Schlosses im Jahr 1666 durch Gotthelf Friedrich von Schönberg sowie nach Ergänzungsbauten seines Sohnes Caspar. Inmitten ländlicher Umgebung bietet Schloss Bieberstein das ganze Jahr über eine zauberhafte Kulisse und schafft eine einzigartige Atmosphäre für Veranstaltungen, wie die beliebten Kammerkonzerte und die traditionellen Sommerherrlichkeiten.
82 | Altes Schloss Bieberstein |
83 | Schloss Reinsberg |
84 | Kamelienhaus Roßwein |
Im Wolfstal, südöstlich von Seifersdorf gelegen, befindet sich ein Gewächshaus, in dem eine weißblühende Kamelie seit 200 Jahren regelmäßig ihre Schönheit entfaltet. Damit ist sie das zweitälteste Exemplar in Europa nördlich der Alpen und zweifellos das Juwel dieser Ausstellung. Doch auch darüber hinaus liefert das Gewächshaus eine beeindruckende Auswahl an farbenprächtigen Kameliensorten und exotischen Pflanzen.
Um Pflege, Erhalt und Präsentation kümmert sich der Roßweiner Heimatverein. In der Kamelien- Saison, also wenn die Kamelie in voller Blüte steht, öffnen die Mitglieder jedes Wochenende von 11 bis 16 Uhr die Türen des Hauses. Vor Ort stehen die Heimatfreunde den interessierten Besuchern und Blumenliebhabern dann Rede und Antwort. Die Saison startet zumeist Mitte Januar und dauert bis Ende März.
Gäste beachten bitte die ausgeschilderten Parkmöglichkeiten. Wanderfreunde können direkt in Roßwein starten und dem neuen Kamelienweg folgen.
86 | Stadtmauer Roßwein |
Zum Teil versteckt in Hinterhöfen, aber auch in vielen öffentlichen Bereichen ist sie noch zu sehen: die Stadtmauer von Roßwein. Als die Stadt Ende des 13. Jahrhunderts an das Zisterzienserkloster Altzella bei Nossen übergeben wurde, so wird vermutet, begann auch der Bau der Ringmauer. Für die Errichtung waren die Anlieger selbst verantwortlich. Am Ende besaß die Mauer eine Gesamtlänge von 1221 Metern, war an der höchsten Stelle 8 Meter hoch und besaß sogar einen Wehrgang. Durch fünf Tore, die jeden Tag kurz vor Einbruch der Dunkelheit verschlossen wurden, konnte das Stadtinnere erreicht werden. Beim großen Stadtbrand von 1806 verbrannten die Tore und Teile der Mauer stürzten ein. In den Jahren danach verlor die Mauer immer mehr an schützender Bedeutung und Teile wurden zur Gewinnung von Baumaterial freigegeben. Doch an manchen Straßen und in kleinen Gassen kann dieses Bauwerk heute immer noch bestaunt werden, wie zum Beispiel hier auf der Poststraße.
87 | Ehemaliges Herrenhaus Schloss Otzdorf |
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88 | Muldenwehr "Silberwäsche" Roßwein |
92 | August-Bebel Denkmal |
94 | Dorfkirche Niederstriegis |
95 | Kirche Gleisberg |
96 | Kirche Otzdorf |
97 | Stadtkirche Roßwein |
99 | Wahrzeichen der Stadt Roßwein |
100 | Heimatmuseum Roßwein |
Den Eingang des Heimatmuseums ziert ein Renaissanceportal, dessen Original aus Porphyr durch eine Nachbildung aus Sandstein im Jahr 1975 ersetzt wurde. Bereits 1914 schlug Kammerrat Oswald Naupert dem Stadtrat den Bau eines Heimatmuseums vor, der aber erst zehn Jahre später, 1924, von den Oberlehrern Hiller und Löbel sowie Handwerkern und Schülern umgesetzt wurde. Seit 2002 präsentiert sich das Museum im Zentrum der Stadt renoviert und ausgestattet mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte. Hier lassen sich u.a. ein Ofen aus Meißner Kacheln, Musikautomaten und eine Sonderausstellung in einem Raum, der aufgrund seines Tonnengewölbes „Tonne“ genannt wird, bewundern.
101 | Alte Schmiede Littdorf |
In einem urigen Fachwerkhaus im Herzen des kleinen Ortes Littdorf verstecken sich zahlreiche Schätze aus vergangenen Zeiten. Das Dorfmuseum wird durch den Heimatverein Niederstriegis betrieben und zeigt originale Akten von Zeitzeugen sowie DDR-Geld. Es führt auf drei Etagen durch Küchen, Schlaf- und Wohnräume an Nähmaschinen, Schulmöbeln, Fotoapparaten, Radios und mehr vorbei. Desweiteren bietet der Verein die Besichtigung einer 1868 als Achsenschmiede gegründeten Museumsschmiede an. Hier ist unter anderem die original erhaltene Werkbank mit weiteren Arbeitshilfen zu bewundern. Jeden 2. Samstag von April bis Oktober sind von 14 bis 17 Uhr Besichtigungen des Heimatmuseums und der Schmiede möglich. Zum Tag des offenen Denkmals findet sogar Schauschmieden statt.
102 | Feuerwehrmuseum Roßwein |
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105 | Burgruine Kempe |
In Mahlitzsch bei Roßwein thront die Ruine der Burg Kempe auf einem Schieferfelsen direkt über der Freiberger Mulde. Die vormals spätmittelalterliche Festung besaß drei Etagen und einen Hocheingang. Nach mehreren Jahrhunderten des Verfalls ist von ihr vor allem die Sage von der Kempenjule geblieben. Sie erzählt von einem Edelfräulein, welches in eine Schlange verwandelt wurde. Einen Abstecher bietet sich für Radfahrer auf dem Mulderadweg an. Der Niederstriegiser Panaromawanderweg führt sogar direkt daran vorbei.
108 | Kirche Greifendorf |
109 | Kirche Rossau |
111 | Altes Backhaus Gersdorf |
113 | Historische Steinbogenbrücke |
Nach einigen Vorgängerbrücken, die nie den Anforderungen standhielten, wurde 1720 diese Steinbrücke über der Striegis in Pappendorf errichtet. Damals führte die Poststraße von Dresden nach Chemnitz über diesen Weg. 1799 kommt Caspar David Friedrich, damals 25 Jahre alt, hierher und zeichnet diese Brücke. Der Künstler zählt zu den bedeutendsten Landschaftsmalern der Romantik und in seinem Werk „Landschaft mit Brücke“ ist das Bauwerk wiederzuerkennen. Nach einer umfassenden Instandsetzung im Jahre 2003 blickt diese Brücke nun auf über 300 Jahre zurück, in denen sie auch den Hochwassern getrotzt hat. Die Brücke ist auf einer ruhigen Nebenstraße gut zu Fuß über die zahlreichen Wanderwege im Striegistal zu erreichen.
114 | Kilometerstein Etzdorf |
115 | Paddags Haus |
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117 | Dorfkirche Marbach |
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118 | Kirche Etzdorf |
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119 | St.-Wenzels-Kirche Pappendorf |
120 | Kapelle Berbersdorf |
123 | Museumsscheune Marbach |
Der Verein Heimatgeschichte Marbach e.V. hat sich der Erhaltung der Traditionen verschrieben und betreibt die Museumsscheune. Dort können Besucher auf 380 m² Ausstellungsfläche mehr über die Geschichte des Ortes und der näheren Umgebung erfahren. Außerdem gibt es jährlich wechselnde Ausstellungsthemen. Regelmäßige Höhepunkte wie Erntedankfest, Lichterfest und Sommerfest bieten Gelegenheit, um traditionelle Handwerke kennenzulernen. Besichtigungen sind aber auch nach vorheriger Absprache möglich.
132 | Segen Gottes Erbstolln - Treibehaus |
133 | Segen Gottes Erbstolln - Bergschmiede |
134 | Kirche Mochau |
135 | Dorfkirche Beicha |
136 | Kirche Simselwitz |
137 | Heimatstube im Küsterhaus Mochau |
Das alte Küsterhaus auf dem Pfarrhof Mochau wird ehrenamtlich von der Interessengemeinschaft Küsterhaus betrieben. Mit über 300 Jahren ist es eines der ältesten Fachwerkhäuser im Dorf und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten ist das Haus seit April 2011 ein Heimatmuseum, welches die Besucher mit ins 19. Jahrhundert nimmt. Tausende Dauerexponate und Leihgaben verschaffen einzigartige Eindrücke von den damaligen Wohn- und Arbeitsverhältnissen sowie der ländlichen Kultur- und Sozialgeschichte. Die Türen öffnen sich einmal im Monat von Mai bis Oktober zu wechselnden Aktionen wie Erntedankfest und Tag des offenen Denkmals.
138 | Schloss und Park Choren |
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143 | Nicolaikirche |
146 | Stadtmuseum / Kleine Galerie |
Das Döbelner Rathaus, welches 1912 im Neorenaissance- Stil errichtet wurde, beherbergt heute auch das Stadtmuseum. In der Kleinen Galerie zeigen wechselnde Ausstellungen Werke von vorwiegend sächsischen Künstlern. Im Anschluss des Rundgangs kann in 40 Metern Höhe die Stadt von drei Balkonen des Rathausturmes überblickt werden.
147 | Pferdebahnmuseum mit Döbelner Pferdebahn |
Die Pferdebahn fährt jeweils am ersten Sonnabend des Monats sowie bei Sonderfahrten von Mai bis Oktober. Die Strecke ist etwa 750 Meter lang und führt vom Pferdebahnmuseum durch die wunderschöne Altstadt bis zum Alten Amtshaus. Das „Deutsche Pferdebahnmuseum“ wurde 2009 eröffnet und erzählt unter anderem die Geschichte der Pferdebahnen weltweit.
148 | Schulmuseum Ebersbach im Dorfgemeinschaftshaus |
149 | Schloss Sachsenburg |
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150 | Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg e.V. |
151 | Schloss Freudenstein |
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» www.schloss-freudenstein.net
152 | terra mineralia |
Die terra mineralia ist eine Ausstellung im Schloss Freudenstein in Freiberg. Sie beherbergt etwa 3.500 Exponate und ist damit eine der größten und schönsten Mineralienausstellungen weltweit. Im Krügerhaus, unmittelbar neben Schloss Freudenstein, werden in der Mineralogischen Sammlung Schätze aus ganz Deutschland präsentiert.
153 | Dom St. Marien mit Silbermannorgel |
154 | Stadt- und Bergbaumuseum |
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167 | Historische Brücke in Falkenberg |
173 | Schlosspark Heynitz |
171 | Kirche Deutschenbora |
172 | Stadtkirche Nossen |
85 | Aquarien- und Terrarienverein "Osiris" Roßwein e. V. |
4 | Schusterbrunnen / Schusterjungendenkmal |
Ein Denkmal für das Schuhmacherhandwerk am Markt von Siebenlehn. Der rote Granitsockel trägt die Inschrift „Ehret das Handwerk“, gekrönt von einer Bronzeplastik eines jungen Schuhmachers bei der Arbeit.
Symbol für die einst blühende Schuhindustrie der Region, steht der Brunnen nahe der Kirche und zählt zu den örtlichen Kulturdenkmälern.
6 | Zellwaldbahn |
Am 15. Juli 1873 eröffnete die „Nossen Freiberger Eisenbahn“ als eingleisige Hauptbahn. 1880 erweiterte man die Nord-Süd-Verbindung nach Lommatzsch und Bienenmühle (heute Moldava), wodurch die kürzeste Verbindung zwischen Berlin und Böhmen entstand. Die Bahnstrecke diente dem Kohletransport nach Mitteldeutschland und der Erschließung der Flusstäler um Freiberg und Nossen sowie des Elbehafens Riesa. Nach dem 2. Weltkrieg verlor die Strecke jedoch an Bedeutung. Während bereits 1977 der Personenverkehr endete, findet heute nur noch sporadisch Güterverkehr zwischen Nossen und Freiberg statt. Das Bahnhofsgebäude Großvoigtsberg von 1873 fand 2012 dank des Vereins Förderverein Zellwaldbahn e.V. Rettung vor dem Verfall. Seitdem ist dessen denkmalgetreuer Erhalt ein Dauerprojekt. Im Erdgeschoss des historischen Bahnhofsgebäudes erwartet Besucher eine Ausstellung zur Eisenbahngeschichte rund um Nossen.
13 | Ganzmeilensäule "Weißer Stein" |
19 | Friedrich-Gottlob-Keller Brunnen |
22 | Tuchmacherhaus |
26 | EigenARTig Ratskeller Hainichen |
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27 | Saal "Goldener Löwe" |
45 | Triangulationssäule Neukirchen |
53 | IG Dampflok Nossen e.V. |
Die IG Dampflok Nossen e.V. betreibt das Eisenbahnmuseum im ehemaligen Bahnbetriebswerk Nossen (Bw Nossen), in dem mehrere sowohl betriebsfähige als auch in Aufarbeitung befindliche Dampfloks beheimatet sind. Die Geschichte der Eisenbahn in Nossen begann im Jahr 1865. Damals baute die private Leipzig- Dresdner Eisenbahn-Compagnie (LDE) eine zweite Eisenbahnstrecke zwischen Leipzig und Dresden, deren Abzweigung im Oktober 1868 schließlich auch Nossen erreichte. Seit der Eröffnung des Abschnitts Nossen – Meißen im Dezember 1868 besitzt Nossen einen „Durchgangsbahnhof“. Mit der Einstellung des Reiseverkehrs auf der Strecke Riesa – Nossen 1998, wurde Nossen auch als Personaleinsatzstelle aufgelöst. Seitdem ist der Verein Nutzer des Lokschuppens. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen und auch Sonderfahrten statt.
60 | Freilichtbühne Steinbusch |
61 | LOKAL.BAHNHOF |
62 | Rock im Park Leuben |
67 | Kursächsische Postmeilensäule - Ganzmeilensäule Altzella |
68 | Kursächsische Postmeilensäule - Halbmeilensäule Nossen |
70 | Sächsische Postmeilensäule Nossen |
157 | Die Sage vom Trompeterfelsen |
Nahe der Steyermühle im Tal der Kleinen Striegis erhebt sich der Trompeterfelsen. An ihn knüpft sich die Sage, dass in einem Krieg vor Jahrhunderten ein Trompeter, um seinen Verfolgern zu entgehen, mit seinem Ross hinabgesprungen sei. Dabei habe er sich tödlich verletzt.
Mitleidige Menschen haben ihn dann mit seiner Trompete in der Nähe der Absturzstelle begraben und auf den Grabhügel einen Rosenstock gepflanzt. Der Rosenstock ist erst im strengen Winter des Jahres 1929/30 eingegangen. Seitdem ist die Lage des Grabes nicht mehr bekannt.
90 | Mühlbrunnen |
91 | Glufkebrunnen |
93 | Dampfmaschine Roßwein |
Die Roßweiner Dampfmaschine entstand im Jahr 1911 in den Werkstätten der Hannoverschen Maschinenbau AG Hanomag und war von Beginn an für die ortsansässige Tuchmacherinnung Krondorf & Metzler bestimmt. Mit Präzision wurde die Maschine montiert und fand schließlich ihren Platz im eigens dafür errichteten Kesselhaus. Über 60 Jahre lang leistete die Dampfmaschine treue Dienste, bis sie im Jahr 1978 außer Betrieb genommen wurde. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Maschinen dieser Ära wurde sie nicht demontiert. Ab 2011 ergab sich für einen engagierten Verein die Möglichkeit, die durch das Hochwasser im Jahr 2002 geschädigte Dampfmaschine wieder instand zu setzen.
Dank des Engagements des Vereins DMVR (Dampfmaschinen Verein Roßwein e.V.) wurde die Restaurierung erfolgreich abgeschlossen. Die Dampfmaschine inklusive des originalen Dampfkessels erstrahlt nun wieder in ihrem alten Glanz und zieht die Besucher an ausgewählten Tagen sowie zu besonderen Ereignissen in ihren Bann – wenn die Maschine angeheizt und der Kessel unter Dampf gesetzt wird.
98 | Bürgerhaus Roßwein |
104 | Sächsische Postmeilensäule Roßwein |
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107 | Erzbahn Schönborn-Dreiwerden |
Die Erzbahn Schönborn-Dreiwerden, eine der ältesten noch aktiven historischen Bergwerksbahnen Deutschlands, bietet eine unvergessliche Fahrt entlang der Zschopau. Bereits ab 1858 wurden hier mithilfe einer Pony-Lorenbahn (drei Hunte von einem Pony gezogen) Erze aus dem Bergwerk zur rund 600 Meter entfernten Erzwäsche befördert. Die Trasse wurde größtenteils in einem Fels rund 10 Meter oberhalb des Zschopau-Ufers geschlagen, inklusive eines kurzen bergmännisch aufgefahrenen Tunnels. Trotz ihres historischen Wertes wurde die Bahn 1885 stillgelegt und die Gleise abgebaut, während die Trasse als Wanderweg überdauerte. Im Jahr 1998 begann der gemeinnützige Verein Erzbahn Schönborn-Dreiwerden mit dem Wiederaufbau der Erzbahn. Seither dient sie dem Personentransport unter Verwendung von Fahrzeugen aus ehemaligen Wismut-Beständen. Fahrten finden jährlich zu festen Terminen wie Ostermontag, Himmelfahrt und Pfingstsamstag oder für kleinere Gruppen auch auf Anfrage statt.
110 | Ganzmeilenstein Seifersbach |
122 | UWE - Umspannwerk Etzdorf |
Hauptquartier der Idee Kulturnetzwerk UW Etzdorf, ist ein aufgegebenes Umspannwerk im idyllischen Striegistal. Aktuell arbeiten junge Künstler um Rebel-Art und den Europäische Kunstgemeinschaft e.V. ehrenamtlich am Erhalt dieses historisch wertvollen Objektes.
124 | Triangulationssäule Marbachhöhe |
125 | Kursächsische Postmeilensäule - Ganzmeilensäule Marbach |
126 | Kursächsische Postmeilensäule - Ganzmeilensäule Pappendorf |
127 | Kursächsische Postmeilensäule - Viertelmeilenstein Berbersdorf |
128 | Kursächsische Postmeilensäule - Viertelmeilenstein Kaltofen |
129 | Ganzmeilenstein Mobendorf |
130 | Halbmeilenstein Etzdorf |
131 | Halbmeilenstein Marbach |
144 | Kulturdenkmal Appenhof |
145 | Mittelsächsisches Theater Döbeln |
155 | Mittelsächsisches Theater Freiberg |
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158 | Der Goldschatz im Turmverlies |
Die Ritter auf der Burg zu Mahlitzsch an der Mulde waren überaus reich. Deshalb versteckten sie ihren Schatz im Turmverlies des Steinhauses Kempe, denn von Zeit zu Zeit wurde die Burg belagert. In einem Kriege gingen die Gebäude in Flammen auf, die Mauern stürzten zusammen, den Schatz mit dem damaligen Besitzer begrabend.
Einst entschlossen sich Bewohner benachbarter Dörfer, den Schatz in einer Silvesternacht zu heben. Dabei durfte kein Laut erklingen. Als nun die Schatzsucher diesen Schatz gefunden und bereits ein Stück gehoben hatten, seufzte einer. Sofort zerrissen alle Stränge und unter Gepolter stürzte alles in sich zusammen. Die Bauern flüchteten in ihre Wohnungen zurück. Seitdem hat niemand wieder nach diesem Schatz geforscht.
Die „Alte Kempe“, eine an der Freiberger Mulde gelegene Wehranlage, ist im Mittelalter entstanden. Sie besteht aus einem bis zu 10 m hohen kemenatenartigen Bruchsteinturm.
159 | Das Edelfräulein von der Kempe nach "Die Sage von der Kempenjule" |
Einst wurde ein Edelfräulein des Steinhauses Kempe in eine Schlange verwandelt.
Nur aller hundert Jahre war es ihr vergönnt, zur Silvesternacht durch einen Mann das menschliche Antlitz wiederzuerlangen.
Dazu wurde ein Dorfschneider auserlesen. Er sollte in der Silvesternacht um 24 Uhr das Edelfräulein küssen, ganz gleich, in welcher Form sie erscheinen würde. Als er zur bestimmten Zeit dort war, kam eine Schlange an ihm hochgeringelt.
Als er sie küssen wollte, kam ein Seufzer aus seiner Brust. Sofort fiel die glatte Natter von ihm ab und verschwand im Mauerwerk. Zitternd rannte der Schneider nach Haus. Seitdem hat kein Bursche wieder den Versuch gemacht, das Edelfräulein zu erlösen.
160 | Der Abt im Handwerkshause zu Roßwein |
Der letzte Abt des Klosters Altzella, Andreas Schmiedewald, stammte aus Roßwein. Kurz vor der Aufhebung des Klosters bedachte er angeblich seine Verwandten mit Klostergütern.
So soll er seinem Bruder Anton, Bürgermeister von Roßwein, das Anfang des 16. Jahrhunderts am Roßweiner Markt vom Kloster Altzella errichtete Abthaus geschenkt haben. Es wurde 1565 von der örtlichen Tuchmacherinnung übernommen, ist heute noch als Tuchmacherhaus bekannt und beherbergt das Heimatmuseum. Sein Renaissanceportal von 1537 gehört zu den ältesten Sachsens.
Andreas Schmiedewald fand im Grabe keine Ruhe, weil er die Kirche um ihr Eigentum gebracht hatte. So wanderte er nun im Innungshaus als Spukgeist umher und machte gelegentlich polternd auf sich aufmerksam. Meist saß er in einem Bodenraum unter dem Dach, wo auch die Trauerkleidung der Bahrenträger und das Leichengerät aufbewahrt wurden. Verhielt er sich ruhig, waren alle Tuchmacher froh. Warf er aber polternd die Gegenstände in der Kammer umher, so sollte innerhalb von drei Tagen ein Tuchmachermeister sterben.
161 | Die Wahrzeichen der Stadt Roßwein |
In der Stadt Roßwein befand sich unter dem Rathaus ein öffentlicher Durchgang, der auf der einen Seite sehr weit, auf der anderen aber ziemlich eng war. Alle Bräute waren auf dem Wege zur Trauung durch diesen Gang geführt worden, darum nannte man ihn nach alter Gewohnheit das Brautloch. Als zweites Merkmal galt die Rathausuhr. Bei jedem Stundenschlag schnappte an der Kunstuhr ein Kopf nach einem Apfel, konnte ihn natürlich nie bekommen.
162 | Der Schatz im Burgberg zu Gleisberg |
Auf dem Burgberg soll ein vergrabener Schatz liegen, der von schwarzen Kröten mit funkelnden Augen bewacht wird.
Als einst einige Marbacher den Schatz heben wollten, wurden sie von schwarzen Schlangen mit feurigen Augen so erschreckt, dass sie umkehrten.
164 | Die Glocken im Zellwald |
Im Zellwalde wurde einst ein Eber angeschossen. Aber der Jäger hatte schlecht getroffen und das Tier nur verwundet. Es brach aus und verschwand im dichten Buschwerk. Nach langem Suchen spürten es die Hunde auf. Das Tier lag tot unter dem Gebüsch. In seinem Todeskampfe hatte der Eber die lockere Walderde aufgewühlt. Als man an der Stelle tiefer grub, fand man zwei Glocken im Boden. So ist die Kirche in Marbach zu ihrer Glocke gekommen. Die andere wurde in der Frauenkirche in Dresden aufgehängt. Aus dem Klang der Glocken will man die Worte heraushören: „Wühle —wühle —wühle ...“
165 | Die Sage vom Nix im Zellwaldteich |
166 | Die Teufelskanzel |
Die Rodung des Miriquidi und die Anlage der Dörfer erfolgte von 1156 bis 1162 durch Markgraf Otto. Pappendorf entstand als Kirchdorf und wurde erst nach 1162 Besitz des späteren Klosters Altzella. Eingepfarrt waren Berbersdorf, Ottendorf, Kaltofen, Mobendorf. 1230 wird der Ort „Poppendorp“ genannt. Ein Siegel von 1707 zeigt einen Mönch (oder einen Pfaffen?), der ausschreitet und ein Buch unter dem linken Arm trägt. Auf dem Siegel von 1763 ist der Mönch stehend abgebildet. Die Umschrift lautet: DER GEMEINE ZV PAPPENDORF.
Mönche waren ins Striegistal gekommen, mit weißer Kutte und Rosenkranz, bauten eine kleine Kirche und nannten den Ort Pfaffendorf. Auch ein Glöcklein hingen sie auf, das mit heller Stimme ihren Einzug verkündete. Der Teufel, der in den Urwald geflohen war, zog ein grauslich Gesicht; er konnte den Klang nicht vertragen. Doch trieb ihn die Neugierde, das Kirchlein zu beschauen, sah den Prediger auf der Kanzel und die herbeiströmenden, andächtigen Zuhörer. Ist ein feines Mittel, Seelen zu fangen, dachte der Höllenfürst. Auch der Teufel lernt nicht aus und fuhr mit Schwefel und Pech in seinen Urwald zurück. Mit seinen höllischen Gesellen baute er im Striegistale eine hohe, feine, glatte Kanzel. Dann stellte er sich oben hin, sein Werk zu besehen. Horch! Klang da nicht das Abendläuten von Pfaffendorf traulich herüber? Mit fürchterlichem Fluche zerschmetterte er seinen Bau und stob von dannen.
Am Felsen ist heute noch der Protest eines jungen Pfarrers aus Langhennersdorf gegen diese Sage eingemeißelt und lesbar: Psalm 90, Vers 2.
156 | Jugendhaus Roßwein |
Das Projekt wird gefördert vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung nach der Richtlinie FR-Regio, welches mit Steuermitteln
auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes mitfinanziert wird.